Mobbing für Anfänger - Tipps für ein Leben ohne Freunde

#1 von koc , 29.09.2012 20:43

Mobbing für Anfänger

Tipps für ein Leben ohne Freunde




Einleitung: Warum du „Mobben für Anfänger brauchst“


Bist du sympathisch, höflich, freundlich und bei deinen Kollegen beliebt? Warum nur? Was ist bei dir denn schief gelaufen? Hast du immer noch nicht verstanden, dass man es mit diesem Freundlichkeitsshice nicht weit bringt? Natürlich weißt du das, sonst würdest du das hier nicht lesen. Und du hast das bitter nötig, denn es wird dir helfen, ein knallharter, skrupelloser und erfolgsgeiler Widerling zu werden. Kurz gesagt: ein akzeptiertes Mitglied unserer Gesellschaft!

Aber Achtung: Mobbing ist nichts für Amateure! Mit nur halbherzig begonnenem Mobbing wirst du es nicht weit bringen. Gutes Mobbing beginnt schon morgens in der Familie ( wenn du noch eine haben solltest ), setzt sich fort in der U-Bahn, im Büro, beim Sport und natürlich auch beim Sex („Du Schatz, wo ich grade deine Oberschenkel sehe …. wir müssen noch Orangen einkaufen“). Nur wenn dir klar ist, dass jeder und jede in deinem Umfeld nichts anderes ist als ein Wurm, eine Amöbe, der Dreck unter deinem Fingernagel, wirst du dich zu einem stabilen und erfolgreichen Menschen entwickeln.

„Mobbing für Anfänger“ zeigt dir, wie du andere ohne viel Aufwand demütigen und aus dem Weg räumen kannst. Keine Sorge, du musst dabei nicht immer ein kleines Arschloch sein. Du darfst gerne auch ein großes Arschloch sein. Ich helfe dir dabei.


Was du hier nicht finden wirst


Du wirst vergeblich einen Hinweis darauf suchen, ob das hier nach der neuen oder der alten Rechtschreibung verfasst wurde. Da ich weder die eine noch die andere beherrsche, ist es eh wurschd. Oder schreibt man „wurschd“ hinten mit „t“? Wen juckd´s?
Du wirst auch keinen Hinweise darauf finden, dass du es dir auf irgendeinem nicht gebleichten, recycelten Ökodreck ausdrucken darfst. Du kannst es dir auch auf Papier ausdrucken, das aus nicht nachwachsendem Tropenholz gemacht wurde. Wen juckt´s? Zur Not muss man auch mal Bäume mobben.

Und du wirst auch nicht den geringsten Hinweis darauf finden, wie du aus zwei Umzugskartons und einer Papaya ein Sofa bauen kannst.


Was du über den Autoren wissen solltest.


Du musst wissen, dass du es mit einem absoluten Mobbing-Profi zu tun hast. Ich blicke zurück auf eine beispiellose Karriere im Denunzieren, Anschwärzen und Vernichten. De Erfolg gibt mir recht, auch wenn im „Fall Barschel“ sicher nicht alles optimal gelaufen ist. National und international habe ich alle namhaften Mobbing-Auszeichnungen gewonnen. Unter anderem die „Deutsche Dolchstoßmedaille“, die „Niederbayrischen Niedertrachtorden“ und die „Milwaukee Mobbing Medal“.


Aber jetzt fangen wir mal an.


The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.


 
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1. Mobbing im Büro

#2 von koc , 29.09.2012 21:17

1. Mobbing im Büro


So sieht´s aus


Ein Büro, besonders ein Großraumbüro, ist eine tolle Sache. Nirgends sonst treffen so viele verschiedene Persönlichkeiten, Charaktere, Meinungen, Gerüche und psychische Probleme aufeinander. Damit im Büro immer eine gesunde Mischung aus Neid und Missgunst herrscht, achten die Chefs peinlich genau darauf, dass nicht zusammenarbeitet, was zusammengehört. So.

Und jetzt kommst du und willst nach oben. Dabei ist es völlig egal, mit welchem Job du anfängst. Versuche es ruhig ganz unten, als Bürobote. Mit meiner Hilfe kannst du dir nach vier Wochen jeden Job in dem Büro aussuchen.


So geht’s:


Du bist also Bürobote bei Kinkerlitz und Kleingedöhns, einem mittelmäßigen mittelständigen Unternehmen mit weitgehend mittellosen Mitarbeitern. In der Verwaltung im 4. Stock gibt es aber ein paar gute Jobs. Du nimmst den Lift, Tür auf und schon siehst du sie vor dir: den Erbsenzähler, die Geile, den Fetten, den Streber, das Mauerblümchen und das Arschloch. Also die ganz normale Standardbesetzung eines deutschen Großraumbüros. Halte dich rechts und steuere erst mal auf das Mauerblümchen zu. Sei zuerst zurückhaltend und gehe behutsam vor.


Du: Ich liebe dich. Heirate mich!

Mauerblümchen: Hihihi, du Schlimmer, du hihihi...



Ab sofort erhältst du jede Information, die du brauchst. Mit den üblichen Komplimenten ( Tolle Augen …. Ausstrahlung …. Blabla....) machst du dich davon und steuerst direkt auf den Schreibtish des Erbsenzählers zu.


Du: Mensch toll, dass sie das geschafft hast.

Erbsenzähler: Wie bitte?

Du: Naja, das Mauerblümchen hat mit von ihrer Inkontinenz erzählt. Schlimme Sache. Aber auch nicht weiter verwunderlich, wenn einem nacheinander zwei Frauen davongelaufen sind.



Achtung! Ganz wichtig! Sofort weitergehen und keine Antwort abwarten! Danach nimmst du dir das Arschloch vor. Auf dem Weg zu ihm wirfst du schnell dem Fetten eine Schachtel Pralinen auf den Tisch und sagst:


Hier, von den anderen. Die meinen, darauf käme es auch nicht mehr an!


Achtung! Ganz wichtig! Auch hier sofort weitergehen und keine Antwort abwarten. Inzwischen hast du den Schreibtisch des Arschlochs erreicht. Er ist ein anderes Kaliber und gibt zunächst den Ton an.


Arschloch: Na endlich, du kleiner Pisser. Her mit der Post!


Spätestens hier merkst du: Das wird nicht einfach. Du musst jetzt alle Register ziehen und sage sehr, sehr laut, so, dass vor allem die Geile gegenüber es hört:


Na hören sie mal, bei allem Respekt, aber so können sie doch nicht über die Dame reden. Nur weil sie große Brüste hat und die Sekretärin des Chefs ist...

A: Was?

Du: Das ist doch wirklich kein Grund, sie deshalb als notgeile Schlampe zu bezeichnen!



Tritt jetzt einen Schritt zurück und verfolge aufmerksam, wie sich die Geile von ihrem Stuhl erhebt und dem Arschloch in dasselbe tritt. Jetzt ist der Weg frei zum Streber, der vor der Tür des Ches sitzt. Aber Vorsicht: Den Streber brauchst du noch. Er ist der Schlüssel zum Chef, und außerdem soll er ja später mal die ganze Arbeit für dich erledigen. Du schenkst ihm das wissende Lächeln eines Verbündeten und seufzt:


Mann, was für ein Irrenhaus! Zum Glück sind sie hier und haben alles im Griff. Hier ist die Post. Darf ich ihnen auch noch einen Kaffee holen?


Das sollte für den Anfang genügen. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Ein Tag, an dem der Erbsenzähler schon um 8 Uhr morgens dem Chef seine Kündigung auf den Tisch legt. Ein Tag, an dem die Geile beim Betriebsrat eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung einreicht. Ein Tag, an dem der Fette ein Attest für eine sechswöchige Kur präsentiert. Und ein Tag, an dem dich der Streber zum ersten Mal bittet, ihn doch für eine halbe Stunde zu vertreten. Die Sache läuft...


Kleiner Einwurf: Wie ist Mobbing eigentlich entstanden?


Mobbing ist älter als wir alle. Wahrscheinlich war es sogar älter als Johannes Heesters. Die ersten Menschen, die gemobbt haben, waren die Neandertaler. Sie lebten vor ungefähr 100.000 Jahren im Neandertal. Wenn sie in Pirmasens gelebt hätten, würden sie wahrscheinlich Pirmasenser heissen.

Die Neandertaler waren grobwüchsig, hatten einen groben Knochenbau, einen mäßig langen Schädel und ein breites Gesicht von geringer Höhe. Ihr Hauptproblem: Sie waren blöd. Den ganzen Tag saßen sie in irgendwelchen Höhlen herum. Dennoch verdanken wir ihnen eine Urform des Mobbing, das sogenannte Keulen-Mobbing. Dabei standen sich zwei Neandertaler gegenüber und schlugen sich abwechselnd mit Holzkeulen auf den Schädel, der dadurch auch die typische flache Form erhielt. Sicher haben wir es hier mit einer sehr primitiven Form des Mobbings zu tin, den es fehlten noch Hinterlist, Täuschung und Heimtücke. Deshalb ist der Neandertaler auch ausgestorben.

Aber auch im Tierreich finden sich Beispiele für brillantes Mobbing. Nehmen wir als Beispiel mal die Rinderseuche BSE. Die gibt es gar nicht. Das BSE-Gerücht wurde von einigen intelligenten Schwarzschweinen aus den belgischen Ardennen in die Welt gesetzt um damit die blöden Kühe zu mobben.


The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.


 
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zuletzt bearbeitet 15.02.2013 | Top

2. Mobbing als Chef

#3 von koc , 29.09.2012 22:20

2. Mobbing als Chef


So sieht´s aus:


Riech mal! Und? Riecht es bei dir auch nach handgenähten Pferdelederschuhen, gewachsten Barbour-Jacken und feinster Vikunjawolle?
Natürlich, denn du bist ja auch der Chef. Deshalb liegt in deiner Nähe auch immer dieser leichte Verwesungsgeruch in der Luft, denn du bist über Leichen gegangen um Chef zu werden. Mobbing war sozusagen dein zweiter Vorname.

Und jetzt denkst du vielleicht: Ich bin oben. Ich muss nicht mehr mobben. Über mir ist niemand mehr. Nur noch die Stratosphäre und der liebe Gott ( vgl. hierzu Lukas, Markus, Johannes und andere, Die Bibel, 637.234.432. Auflage ). Und der soll sich auch schon mal warm anziehen!

Aber Vorsicht! Jetzt nicht leichtsinnig werden. Als Faustregel gilt: Es sollte immer Zeit sein, einen Kollegen oder eine Kollegin zu mobben. Auch wenn du schon der Chef bist und eigentlich niemanden mehr aus dem Weg räume musst. Mobbing ist nur mal gut für das Ego.


So geht’s:


Mach dir den Spaß und demotiviere deine Untergebenen mit dem Satz: „Du, ist nicht schlecht, aber scheiße!“ Hier eine vorbildliche Szene aus einer Düsseldorfer Werbeagentur:

Wir sind bei Ogilham, Needvy & Springcoby. Bei O,N & S wird Werbung gemacht: kreative und teure Werbung. Beispiel gefällig? Von O,N & S stammt der Superslogan „Esst Bananen!“, der den Bananenumsatz in Deutschland katapultartig nach oben geschossen hat. Viele deutsche Werbeagenturen haben versucht, diesen kreativen Geniestreich zu kopieren, aber Slogans wie „Trinkt Limo!“, „Hört CDs!“ oder „Schnüffelt Klebstoff!“ waren nicht mal annähernd so erfolgreich. Dazu kommt, dass der Werbemarkt in Deutschland inzwischen sehr viel härter geworden ist. Auch deutsche Werbung ist – was keiner vermutet hätte – teilweise witzig und intelligent. Für die Kreativen bei O, N & S eine echte Herausforderung. Beim heutigen Meeting geht es darum, einen 100-Millionen-Euro-Auftrag an lang zu ziehen.


O, N & S Building, 27. Stock, 14 Uhr, Konferenzraum, kurz „Konfi“ genannt
Im Konfi stehen Designerstühle, Designertische und Designerkaffee. Es riecht nach Designerschweiß. Delle, der Kreativdirektor, verteilt gerage das „Rough“ ( deutsch: Sheet ) eines Kundenbriefings an seine Top-Kreativen. Im Klartext: Jeder bekommt ein Blatt Papier.


Delle ( 250.000 im Jahr, schwarzes Sakko, schwarzer Rollkragenpulli )
Der Kunde will, dass wir „Umu“ zur Nummer 1 machen!

Sandra ( 120.000 im Jahr, schwarzes Kostüm, blickdichte, schwarze Strümpfe )
Was kann denn dieses „Umu“?

D: Alles, was jedes andere Waschmittel auch kann.

Tom ( will 150.000 im Jahr, schwarzes Hemd, schwarze Hose )
Ich hab noch zu wenig Input, mir kommt´s noch nicht.

Roland ( 90.000 im Jahr, schwarze Jeans, schwarze Fingernägel )
Warum muss ich eigentlich stehen?

D: Cool bleiben, Roland. Mein Feng-Shui-Berater hat gesagt, drei Stühle pro Raum sind genug, sonst ist der Energiefluss blockiert.

R: Willst du mich mobben?

D: Gerne. Lass dir einen Termin geben.

S: Ich hab´s! Generation Umu: Washpower for Germany!

D: Nicht schlecht, aber scheiße! Was meinst du Tom?

T: Weiß nicht, mir kommts irgendwie noch nicht! Bad vibes hier!

R. Sandra kann auch mal stehen. Nicht immer ich!


Delle schüttet den Inhalt einer 10-Kilo-Packung „Umu“ auf den Tisch, rollt einen 500 Euro-Schein und schnupft eine Dosis, die für eine 60-grad-Wäsche reichen würde.


D: Wow! Besser als „Ariel“! Wollt ihr auch mal?

S: Nee, ich bin clean. Seit ich neulich an „Megapearls“ fast erstickt bin, lass ich´s lieber!

T: Wenn´s mir nicht bald kommt, geh ich nach Indien. Ich hab da nen Kumpel in nem Erdloch, der war früher mal Kreativdirektor bei "Maier, Meyer und Meier“.

R: Ich setzt mich jetzt auf den Tisch. Ihr wollt mich doch bloß mobben.

S: Warum nehmen wir nicht den Slogan, den wir noch übrig haben von diesen Kopfschmerztabletten?

D: Was?

S: Umu! Und die Schmerzen sind weg!

D: Nicht schlecht, aber scheiße. Passt nicht zu Waschmitteln. Was meinst du Tom?

T ( murmelt ): Hahre Krishna, Hare Rama, Hare, Hare.

D: Sehr mutig, aber wird dem Kunden nicht gefallen.

S: Sollten wir nicht lieber mal bei den Basics anfangen?

D: Gute Idee, Erinnere mich daran, dass ich dein Gehalt verdopple. Als, die Basics: waschen, weiß, strahlen. Jagt diese drei Facts mal in euer Kleinhirn, und dann will ich einen spontanen, emotionalen Payoff!

S: Hey!

D: Was ist denn, Sandra?

S: Roland hat sich auf meinen Schoss gesetzt!

T: Mir kommt´s: Hare Umu, Hare Umu, Hare, Hare


Die Tür zum Konfi geht auf. John N´Kogo ( 6.800 im Jahr, blauer Kittel ) kommt mit einem Putzeimer und einem Lappen herein.

John: John sauber machen.

D ( total begeistert ): Macht sauber. Das ist es: Umu macht sauber!



Das war es wirklich. Die „Umu“-Kampagne wurde ein gigantischer Erfolg, und der neue Kreativdirektor der Firma, John N´Kogo ( 300.000 im Jahr, schwarzes Gesicht, schwarzer Anzug, schwarzer Rollkragenpulli ) gilt seither als Guru der Werbebranche. Delle hat sich von seiner Abfindung Kanada gekauft und lebt dort zurückgezogen mit seiner Familie. Tom teilt sich mit seinem Kumpel das Erdloch in Indien. Und Sandra teilt sich mit Roland einen Stuhl.


Hast du genau hingeschaut? Nur Delle weiß, wie man professionell mobbt. Absolut lobenswert, wie er auch als Chef nicht nachlässt, Untergebene permanent zu erniedrigen.


Kleiner Einwurf: Was sagt eigentlich Freud zum Mobbing?


Diese Frage setzt einige Sachkenntnisse voraus, die uns in Zeiten der Pisastudie abhanden gekommen sind. So wissen die meisten Deutschen gar nicht mehr, wer Siegfried Freud eigentlich war. Ich auch nicht. Ich weiß nicht mal, ob er eigentlich Sigmund oder Siegmund und nicht Siegfried heißt. Deshalb habe ich gegoogelt. Da steht: „Sigmund Freud war Neurologe und Psychiater und ist Begründer der Psychoanalyse“. Guter Mann. Immer noch besser als Haschisch zu rauchen oder kleine Kinder zu überfahren.

Andererseits muss man sich fragen, wie lange es wohl dauert, die Psychoanalyse zu begründen, und was hat Freud eigentlich den Rest seines Lebens gemacht? Ich gehe davon aus, dass er sich diese Frage auch gestellt hat. Und deshalb hat er auch den Ödipus-Komplex erfunden, damit später keiner angeschissen kommt, und sagt, er sei ein fauler Sack gewesen.

Wenn du Genaueres über den Ödipus-Komplex wissen willst, dann musst du dir ein Lexikon kaufen.
Bei mir fehlt nämlich der Band mit dem „Ö“. Das ist auch der Grund, warum ich dir nichts über Freuds Jahre in Wien sagen kann, denn Wien liegt in Österreich und das schreibt man auch mit „Ö“.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Was sagt eigentlich Siegfried Freud zum Thema Mobbing?

Nichts! Kein Wort. So, nächstes Kapitel!


The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.


 
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3. Urlaubs-Mobbing

#4 von koc , 05.10.2014 18:17

3. Urlaubs-Mobbing


So siehts aus

Wir alle lieben Urlaub. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von: Wieso eigentlich? Bis zu: Was soll das überhaupt? Die Antwort weiß der Geier. Und die TUI. Denn die sagt: „Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres“. Hier wird es Zeit für eine persönliche Überprüfung. Schauen wir doch mal, was sich in der schönsten Zeit des Jahres in Lloret de Mar, El Arenal, Benidorm, Rimini, Bibione und Königswinter abspielt.

Und weißt du was? Es ist gar nicht schön. Das liegt an den Urlaubern, die man meistens im Urlaub trifft. Es sind die selben Menschen, die einem auch zu Hause das Leben vermiesen. Nur dass sie plötzlich geschmacklose Badehosen anhaben und krebsrote Gesichter haben. Man erkennt sie auch kaum wieder, weil sie im Urlaub schon mittags betrunken sind und nicht erst nach 18 Uhr wie daheim. Das gilt natürlich nur für männliche Urlauber. Denn Mutti schläft derweil mit dem Surflehrer, während ihre übergewichtigen Kinder in knietiefem Wasser ertrinken.

Eine sorglose Zeit also, die man sich freilich mit ein bisschen Mobbing noch schöner gestalten kann als sie ohnehin schon ist. Und das gilt für den Sommerurlaub genauso wie für den Winterurlaub.

Aber immer schön der Reihe nach.


So geht’s:

Sommerurlaubs-Mobbing ist eine komplexe Angelegenheit und beginnt schon zu Hause. Niemand will schließlich das Haus verlassen ohne dass die Nachbarn vor Neid platzen. Deshalb ist es wichtig, schon Wochen vor der Abreise geschickt ein paar falsche Urlaubsziele zu lancieren. Lass zum Beispiel Kataloge von First Class Segelkreuzfahrten „aus Versehen“ zu deinem Nachbarn schicken. ( Nennen wir ihn Sackgesicht, den so nennst du ihn ja auch,) Sage ihm dann, er könne die Kataloge gerne behalten und schimpfe über den lausigen Service auf diesen Seelenverkäufern. Wer will schon da Urlaub machen, wo für jeden Passagier nur sechs Crewmitglider zur Verfügung stehen?

Das dürfte ein erster schwerer Schlag für Sackgesicht sein, der ja nicht weiß, dass du nur eine jämmerliche Pauschalreise in den „Eviva Sangria All Inclusive Club“ gebucht hast. Der Rest ist einfach. Jetzt musst du am Stammtisch nur noch verbreiten, dass Sackgesicht in den „Eviva Sangria All Inclusive“ Club fährt. Zum Beweis zeigst du den Katalog, der „aus Versehen“ in deinem Briefkasten gelandet ist. Volltreffer! Sackgesicht ist erledigt. Und alle Beteuerungen, dass er doch ein Häuschen in der Toskana gemietet habe, verhallen im Gelächter der Nachbarn.

Bestens gelaunt kannst du die Koffer packen und nach Malle fliegen.

1. Urlaubstag, 5.45 Uhr

Die ersten Charterflieger aus Düsseldorf donnern über dein „zentral“ gelegenes Strandhotel. Macht nichts, du hast eh nicht geschlafen. Denn wie im Katalog beschrieben, zeichnet sich dein Hotelclub durch eine „internationale Atmosphäre“ aus. „Internationale Atmosphäre“ bedeutet, dass an der Hotelbar Alkoholiker aus allen europäischen Ländern die ganze Nacht durchgrölen und sich abwechselnd unter deinem Fenster erbrechen. Du gehst zum „reichhaltigen“ Frühstücksbuffet und wählst unter einer verschiedenen Sorte Wurst und einer verschiedenen Sorte Käse. Frühstücke nicht zu lange, sonst sind draußen am Pool bereits alle Liegen mit Handtüchern belegt. Selbst wenn du gar nicht am Pool liegen willst, solltest du ein guter Deutscher sein und mindestens zehn Liegen mit Handtüchern reservieren. Dieser patriotische Akt lässt sich perfekt mit einem kleinen Nationalmobbing verbinden. Nimm ausschließlich Handtücher mit dem Union Jack und erwecke so den Eindruck, unsere englischen Freunde hätten die besten Plätze reserviert. Alternativ gehen auch Handtücher mit der Aufschrift „Ek ben van Holland“.

1. Urlaubstag, 10.30 Uhr

Ein Charterflieger aus München donnert über den Swimmingpool, während du dich beim Aqua-Jogging vergnügst. Unter uns: Das ist ein erbärmlicher Anblick, dieses unbeholfene Tapsen in trübem Wasser lässt dich nicht unbedingt attraktiv aussehen. Ganz im Gegensatz zu diesem braungebrannten, 1,90 großen Animateur, der mit seinen stahlharten Muskeln durchs Wasser pflügt. Alle Frauen himmeln ihn an. Alle Männer hassen ihn. Hier hilft nur ein knallhartes Tripper-Mobbing. Lass während der Happy Hour kurz einfließen, dass eine Freundin von dir in der vergangenen Saison von genau diesem Animateur ein unangenehm juckendes Andenken mit nach Hause gebracht hat. Thema erledigt.

1. Urlaubstag, 12.00 Uhr

Ein Charterflieger aus Köln donnert gerade über den Speisesaal, während du beim Mittagessen bist. Vom „landestypischen“ Buffet wählst du zwischen einer verschiedenen Sorte Nudeln und einer verschiedenen Sorte Sauce. Der Koch kommt gerade von der Toilette und wischt sich an der Schürze die Hände ab.

Schon nach den ersten beiden Gabeln überkommt sich ein landestypischer Brechreiz. Der Koch nickt verständnisvoll und sieht dir nach, wie du gerade noch den Swimmingpool erreichst und den anderen Gästen nachhaltig das Aqua-Jogging verdirbst. Sicher keine sehr subtile Art des Mobbings, aber der Pool gehört ab sofort dir allein.

1. Urlaubstag, 17.00 Uhr

Ein Charterflieger aus Hannover donnert gerade über den Hotelparkplatz, als du mit anderen Betrunkenen zur Jeepsafari quer über die Insel startest. Jetzt gilt es, das ursprüngliche Mallorca zu entdecken: unberührte Autobahnen, naturbelassene Einkaufszentren und in der Abendsonne glitzernde Großtankstellen. Hier draußen spürst du noch echte Freiheit und du hast zum ersten Mal eine Ahnung, wie es wohl war, als noch Mallorquiner auf der Insel lebten. Das ist lange her. Die letzten sind von acht Jahren von einem Jeep überfahren worden. Du genießt diesen kurzen nostalgischen Moment und tankst Kraft für ein abendliches Mobbing im Hotelclub.

1. Urlaubstag, 22.00 Uhr

Kein Charterflieger donnert über den Club. Denn wegen des Jahrhundertunwetters und der Überschwemmungen ist der Flughafen geschlossen worden. Während andere Urlauber helfen, das aus der Kanalisation hoch gedrückte Wasser von der Tanzfläche zu schaufeln, kümmerst du dich um Bianca, eine Friseuse aus Bottrop-Fuhlenbrock. Bianca sieht aus wie die Drittplatzierte beim Bundeswettbewerb der Königspudel. Vier Cuba Libre später sieht sie aus wie die Zweitplatzierte. Du gehst zum Angriff über und sagst:

Du: Bssss!

Bianca: Echt?

Du: … türlich!


Alles klar. Mit so einer lockern und natürlichen Ansprache hat Bianca nicht gerechnet. Schon jetzt kann sie sich ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Biancas Lebensgefährte dagegen schon. Er ist ein ehemaliger Polizist, der wegen unangemessener Gewaltanwendung vom Dienst suspendiert worden ist. Gerade kommt er mit einem Putzeimer von der Tanzfläche, um dir den Inhalt über den Kopf zu gießen.

Wenn du jetzt fragst, welches Mobbing gegen Typen dieser Art hilft, sage ich dir ganz offen: keines. Er wird dir die ganze Gülle über den Kopf kippen. Gut, das ist nicht angenehm, aber es zeigt dir, dass du in Sachen Sommermobbing in den nächsten Tagen noch dazulernen musst.



Ein ganz anderes Spiel ist dagegen das Winterurlaubsmobbing. Da treffen wir zunächst auf zwei alte Bekannte: Frau Holle und Väterchen Frost. Zwei muntere, uns allen wohlbekannte Gesellen, denen wir an diese Stelle die Pest an den Hals wünschen wollen. Denn wo immer sie auftauchen, ist es arschglatt und scheißkalt. Zu blöd, dass man sich auf die Segnungen der Klimakatastrophe leider nicht immer verlassen kann. Ist doch wurscht, ob es beim Grönländer ins Iglu tropft. Hauptsache bei uns sind die Straßen frei. Es traut sich zwar keiner anzusprechen, aber wenn wir nicht so eine rückgratlose Regierung voller Weicheier hätten, wäre der Winter vermutlich längst abgeschafft. Doch wie immer hängen unsere Politiker am Tropf der Industrie. Denn in Wahrheit sagen die Snowboardmafia und die Skiliftcamorra wo es langgeht in diesem Land. Die Wintersportindustrie lockt Millionen von Menschen in die Berge, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ehemals unberührte Alpendörfer werben mit Talabfahrten bis zur Nordseeküste, in urigen Berggasthöfen versammeln sich bis zu 10.000 Skifahrer um an der SB-Theke alpine Spezialitäten wie Hamburger mit Pommes zu essen. Und Schnee gibt’s aus Chemie verspritzenden Schneekanonen oder auch beim Dealer der örtlichen Megadisco. Heißa, das ist Wintersport! Belauschen wir einmal zwei Skihaserl, die seit 75 Minuten am Lift warten.


Val des Lavines, Hochsavoyen, 2.200 Meter über dem Meer

Gabi ( 22, lecker! ) und Anika ( auch 22, auch lecker! ) stehen in ihrem kanariengelben Chiemsee- und mintgrünen Bogner-Klamotten am Skilift und stecken sich keck die O´Neill-Sonnenbrillen in die Haare.

Gabi: Stündchen noch, dann geht’s hoch.

Anika: Wow! Und dann fünf Minuten Abfahrt. Ich freu mich schon.

Gabi: Wo wohnst du denn dieses Jahr? Wieder im Hotel Fracture?

Anika: Ne, das Fracture gibt’s doch nicht mehr. Ist im November von einer Lawine zerbröselt worden.

Gabi: Echt? So ein Zufall, mein Freund auch.

Anika: Ist ja schrecklich!

Gabi: Ach na ja, hat auch Vorteile. Für mich allein kostet der Skipass nur die Hälfte.


Der letzte noch lebende Steinadler der Westalpen kreist majestätisch über den Hang. Lautlos gleitet er hinab und setzt sich auf die 380-Volt-Oberleitung der Liftstation. Er breitet seine Schwingen aus und erdet sich unglücklicherweise am Blitzableiter.

Adler: Brizzel!

Anika: Wow, was für ein geiles Feuerwerk! Die lassen sich hier echt immer wieder was Neues einfallen.


Von hinten nähert sich den beiden ein total hip gekleideter Snowboarder: XXL-Shirt, Ravermütze, Ziegenbart, keinen Hintern in der XXL-Hose und kein Hirn unter der XXS-Schädeldecke.

Snowboarder: Hi! Geil, oder!

Anika: Voll!

Gabi: Echt wahr!


Ermattet von der anstrengenden Unterhaltung, schweigen die drei und genießen die traumhafte Fernsicht. Wie winzige Stecknadelköpfe erscheinen die Skifahrer, die oben auf dem Gipfel am Geldautomaten warten.

Zwei eifrige Bergbauern ziehen eine überfahrene Gemse unter einem Pistenbully hervor. Und hinten, in der Killerkehre der schwarzen Abfahrt, wiegt sich die letzte Edeltanne der Westalpen im Wind. Gabi schaut sie lange an.

Gabi: Was ist denn das?

Snowboarder: Baum.

Anika: Wow! Die lassen sich hier echt immer wieder was Neues einfallen!


In diesem Moment rast ein rot gekleideter Skifahrer, der erst zwei Wochen später von seiner Frau identifiziert werden wird, in der Killerkehre geradeaus. Mit handgestoppten 125 Stundenkilometern bohrt er sich in die Edeltanne und fällt sie.

Snowboarder: Uncool!

Anika: Voll.

Gabi: Echt wahr.

Das Rote Kreuz beginnt mit der Verteilung von heißem Tee und Wolldecken an die wartenden Skifahrer. Am Nachbarlift wird unterdessen eine eingeschneite Warteschlange mit der Schneefräse befreit. Norbert Nächsterbitte, ein braungebrannter, durchtrainierter Zahnarzt, wedelt gekonnt heran. Auch wenn er seit der Gesundheitsreform jeden Fünfhunderter erst einmal umdrehen muss, bevor er ihn ausgeben kann, ist er den ganzen Winter über hier.

Nächsterbitte: Na? So jung und schon so blond?

Anike ( kichert ): Hi, Hi, Hi!

Gabi ( kicher ): Hi, Hi.

Nächsterbitte: ist doch langweilig, hier anzustehen. Kommt doch mit in mein Chalet.

Anika: Was is´n das?

Snowboarder: Haus.

Gabi: Oh ja, voll geil!

Anika: Echt wahr.

Du siehst schon, bis hierhin eine ganz normale Winterurlaubsszene, wie sie sich so oder so ähnlich an jedem (Ab-) Schlepplift abspielen könnte. Jetzt aber geht es darum, wer sich in dieser Konstellation als attraktivster und fortpflanzungwilligster Sexualpartner präsentiert. Kurz. Es geht ums Poppen. Und auch hier kann Mobbing ein hilfreiches Instrument sein, um schnell zum Ziel zu gelangen. Anika und Gabi haben mit dem Skifahren nur angefangen um irgendwann einen reichen Zahnarzt zu heiraten. Der Zahnarzt ist schon verheiratet und hat mit dem Skifahren nur angefangen, um seinen Bohrer hin und wieder an einem Steilen Zahn auszuprobieren. Der Snowboarder dagegen hat mit dem Skifahren gar nicht erst angefangen und Sex kennt er nur aus dem Videospiel „Winterwonderfuck 2.0“.

Schauen wir also, wie sich die Sache entwickelt:

Nächsterbitte: Ich habe ein sehr weiches Eisbärfell vor dem Kamin liegen. Da kann man schön zu zweit drauf kuscheln.

Anika: Wow! Was ist ein Eisbär?

Snowboarder: Tier.

Gabi: Voll geil. Anika hat übrigens kleine Brüste.

Anika: Was? Dafür sind deine aus Plastik!

Gabi: Aber 80 D.

Nächsterbitte: Aber meine Damen! Es geht doch um die inneren Werte...

Anika: Und deine Nase ist auch operiert!

Gabi: Dafür hängt mein Hintern nicht!

Anika: Schlampe!

Gabi: Flittchen!

Snowboarder: Uncool, die Torten!

Nächsterbitte: Da haben Sie Recht. Wenn Sie Lust haben, können Sie ja mit zu mir kommen.

Gabi und Anika ( gleichzeitig ): Was? Wo geht ihr hin?

Snowboarder: Eisbär.


Ja, so kann es gehen. Dumm gelaufen. Doktor Nächsterbitte und der Snowboarder ziehen sich zu einer kleinen Kaminkuschelei zurück und unsere beiden Skihaserl gehen leer aus. Das viel zu aggressive Mobbing der beiden hat den durchaus paarungsbereiten Zahnarzt verschreckt. Anika hätte viel subtiler und scheinheiliger mobben müssen. Beispiel:

„Du Gabi, willst du vielleicht ein kleines Päuschen machen? Diese Buckelpisten sind doch sicher sehr schmerzhaft mit deinen Silikoneinlagen. Ich mach mit da echt Sorgen!“

WOW! DAS ist Mobbing! Wer die beste Freundin so aufs Kreuz legt, wird sich auch vom Zahnarzt aufs Kreuz gelegt... Pardon, aufs Eisbärfell!


Stopp: Wie lauten eigentlich die 11 goldenen Regeln des Mobbing?


Regel 1:
Wer anderen eine Grube gräbt, hat mehr vom Leben!

Regel 2:
Was du nicht willst, was man dir tu, das füge jedem anderen zu!

Regel 3:
Früh übt sich, was ein Arsch werden will!

Regel 4:
Vertrauen ist Quatsch, Mobbing ist besser!

Regel 5:
Nach dem Mobbing ist vor dem Mobbing!

Regel 6:
Stetes Mobbing höhlt den Stein!

Regel 7:
Brombeerflecken gehen nicht raus! ( Hat jetzt zwar nichts mit Mobbing zu tun, ist aber nun mal die Wahrheit! )

Regel 8:
Wen Hänschen nicht mobbt, den mobbt eben Hans.

Regel 9:
Wer aber unter euch ohne Schuld ist, der schäme sich!

Regel 10:
Cato: „Cetero censeo, Carthaginem esse mobendam!“

Regel 11:
Wer sich partout nicht mobben lässt, dem drücke eine Brombeere aufs Hemd!


The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.


 
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zuletzt bearbeitet 11.09.2016 | Top

RE: 3. Urlaubs-Mobbing

#5 von Just-do-it ( gelöscht ) , 05.10.2014 18:58


Just-do-it

4. Teenager-Mobbing

#6 von koc , 05.10.2014 20:38

4. Teenager-Mobbing


So sieht´s aus:

Darf man Teenager mobben? Haben die nicht schon genug Probleme? Und wenn schon. Hier, wo Alte, Kranke, Behinderte und Ausländer gemobbt werden, dürfen Teenager nicht vergessen werden. Denn es gibt wirklich genug Gründe, Teenager zu mobben. Allein die Namen! Wer will schon ernsthaft Marc-Marvin Tümpel heißen oder Zoe-Vanessa Schmitz, geschweige denn Angel-Sky Mümmelböck? Sicher, die Kinder können nichts dafür, aber zum Eltern-Mobbing kommen wir erst später.

Beginnen wir mit der Frage: Welche Funktion erfüllt der Teenager in der Gesellschaft? Keine. Er nervt einfach nur. Er kann sich nicht leiden, er kann andere nicht leiden und andere können ihn nicht leiden. Aber es gibt ihn nun mal. So wie es Zecken gibt und Stechmücken. Der Unterschied besteht darin, dass Zecken und Stechmücken keine Pickel haben. Teenager schon, die haben Pickel. Pickel so groß wie Gullydeckel. Und die haben sie auch verdient. Denn Teenager „beglücken“ ihre Eltern vor allem durch ihr ausgeglichenes Wesen, ihre freundliche Natur und ihre guten Umgangsformen. Das zeigt sich schon in den kleinen Begegnungen des Alltags. Hier ein typisches Beispiel:

Vater ( 42, weich gekocht, resigniert ): Du Leon-Gabriel, mir ist da aufgefallen, dass sich auf dem Fußboden deines Zimmers doch einige leere Chipstüten, Coladosen und Joghurtbecher angehäuft haben. Es wäre ganz reizend von dir, Leon-Gabriel, wenn du die zumindest einmal im Monat einsammeln und in den Müll bringen könntest. Natürlich nur, wenn es dir nichts ausmacht.

Leon-Gabriel, ( 15, Pickel, Pickel, Pickel ): Ey, Alter, scheiß die Wand an und geh mir nicht auf den Sack!

Ja, so sind die, die Teenager, ein steter Quell nie versiegender Freude. Natürlich hat man da als Elternteil zwei Möglichkeiten der Reaktion: Entweder du zögerst keine Sekunde und knallst ihm eine auf die linke Backe. Oder aber: Du zögerst keine Sekunde und knallst ihm eine auf die rechte Backe. Beide Varianten gelten aber unter Pädagogen inzwischen als gleichermaßen wirkungslos. Was man aufs eine Ohr haut, geht in der Regel sofort aus dem anderen wieder raus. Gezieltes Mobbing dagegen kann da Wunder wirken. Ansatzpunkte gibt es reichlich.

1. Bildung

Spätestens seit der Pisa-Studie wissen wir: Der durchschnittliche Teenager weiß durchschnittlich gar nichts. Er hat nicht die Bildung genossen, die uns noch zuteil wurde. Wir waren schließlich schon in Pisa und haben dort den schiefen Eifelturm angeschaut. Aber heute ist vieles anders. Teenager gehen mittlerweile abends immer zu viert oder zu fünft aus, damit wenigstens einer dabei ist, der lesen kann wie teuer das Bier ist. Auch bei den Fremdsprachen hapert es. Es wirklich gutes Gespräch mit dem afrikanischen Drogenhändler hinter dem Bahnhof ist heutzutage praktisch gar nicht mehr möglich.

2. Ernährung

Für Teenager gilt: Fast food – slow brain. Ein Drittel aller Teenager hat Übergewicht. Ein weiteres Drittel ist zu fett. Nur ein paar magersüchtigen Mädchen ist es zu verdanken, dass das bundesweite Teenager-Durchschnittsgewicht nicht noch höher liegt. Kein Wunder, wenn man als Hauptgericht Fritten und als Beilage Pommes isst.

3. Kleidung

Ist es nicht unverantwortlich, dass sechzehnjährige Mädchen mit Push-Ups und bauchfreien Tops durch die Gegend laufen? Ich meine: nein. Aber ich bin auch ein Mann. Ich rege mich höchstens im Winter auf, wenn sie Pullover drüberziehen. Trotzdem ist die Kleidung von Teenagern ein idealer Ansatz für Mobbing. Alles, was du deinem Sohn oder deiner Tochter kaufst, schmeißen die eh gleich in die Mülltonne. Und dann wollen sie Geld von dir um Kleidung zu kaufen, die aussieht, wie aus der Mülltonne.

4. Liebeskummer

Teenager haben Liebeskummer. Alle. Immer.

Und so geht’s:

Am besten lassen sich Teenager mobben, indem man ihr Vertrauen missbraucht. So machen es die großen Jugendzeitschriften in Deutschland. Die haben angeblich ein Expertenteam, das die intimsten Fragen von Teenagern beantwortet. Es ist mir hier freilich zu niveaulos, mich mit Kummerkastenfragen wie „Mein Freund hat einen kurzen, krummen Penis. Ist das normal?“ zu beschäftigen.

Trotzdem will ich euch hier ein paar besonders gelungene Mobbingbeispiele zeigen.

Frage von Tina Schneider ( Name von der Redaktion geändert, 16 Jahre aus Neuss ):
Hallo, Dr. Hechel-Team. Mein Freund, Ingo Stummel, aus Neuss, Schillerstrasse 17, 3. Stock links ( Name von der Redaktion nicht geändert ) hat einen kurzen, krummen Penis. Ist das normal?

Dr. Hechel antwortet:
Liebe Tina, sicher nicht. Ich zum Beispiel habe einen sehr langen, sehr geraden Penis. Zunächst einmal solltest du mit allen deinen Freundinnen über Ingos Eigenart reden. Größtmögliche Offenheit und der Austausch von Erfahrungen bringen dich sicher ein Stück weiter. Grundsätzlich gilt: Sex ist nicht alles. Deshalb solltest du es dir mit Ingo nicht verscherzen. Vielleicht hat er später mal Geld. Wenn du man wissen willst, wie es mit einem sehr langen, sehr geraden... Dr. Hechel erreichst du rund um die Uhr unter 01010/1001 ( Telefonnummer nicht von der Redaktion geändert ).


Frage von Melanie, 15 aus Ludwigshafen:
Hallo, Dr. Hechel, meine beste Freundin Lioba.Aimee und ich verstehen uns echt super. Wir sind unzertrennlich, reden über alles und nie fällt ein böses Wort. Wird diese Freundschaft ein Leben lang halten?

Dr. Hechel antwortet:
Liebe Melanie, sicher nicht. Ich habe hier nämlich einen Brief einer Lioba-Aimee aus Ludwigshafen vor mir liegen. Es mag ein Zufall sein, aber ihre Freundin heißt Melanie und ist – so schreibt sie – „eine langweilige, nervige Kröte mit Mundgeruch und einem dicken Breitarsch!“
Wenn du mal wirklich einen guten Freund brauchst, mit dem du ein sehr langes, sehr gerades Gespräch führen möchtest, ruf Dr. Hechel an. Tel.: 01010/1001.



Hut ab vor Dr. Hechel. Das ist Teenager-Mobbing auf höchstem Niveau. Nicht zuletzt dank seiner Ratschläge ist die Jugendzeitung, für die er arbeitet, Marktführer in der Zielgruppe der 12- bis 19-Jährigen. Auch bei den Schülerselbstmorden liegen die Leser seiner Zeitschrift ganz vorn. Da kommt der Verdacht auf, dass Dr. Hechel die Teenager im Grunde egal sind. Ich wollte dieser Frage zuerst nachgehen, aber dann habe ich gemerkt, dass sie mit auch egal sind. Deshalb endet dieses Kapitel hier.


Stopp! Gibt es eigentlich Mobbing auf den Lofoten?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zuerst einmal wissen, dass die Lofoten eine über 200 Kilometer vom Festland entfernte Inselgruppe in Nord-Norwegen sind. Schroffe, alpine Gebirgsformen prägen das Bild der Lofoten, der höchste Gipfel über 1.000 Meter hoch sind. Auffällig ist, dass die Inseln von einem schmalen, maximal 50 Meter hohen Felsrand ( Strandflate ) gesäumt werden.
Diese Fläche allein ermöglicht die Besiedlung, die, begünstigt durch das frostfreie, aber stürmische, feuchtkühle Klima, relativ hoch ist. Immerhin leben dort etwa 30.000 Einwohner.
Auf den Lofoten wachsen keine Bäume, die Landwirtschaft ist beschränkt auf etwas Schafhaltung. Von großer Bedeutung ist dagegen die Fischerei ( Hering und Kabeljau ). Wichtigste Inseln sind von West nach Ost: die Rostgruppe, Moskenesoy, Flakstadoy, Vestvagoy und Austvagoy. Hauptorte sind: Stamsund und Svolvaer.

Ob es dort Mobbing gibt ist nicht bekannt.


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zuletzt bearbeitet 05.10.2014 | Top

5. Wellness-Mobbing

#7 von koc , 18.10.2014 23:37

5. Wellness-Mobbing


Die deutsche Gesellschaft ist für für das nächste Jahrtausend, obwohl gerade erst ein neues begonnen hat. Papi sieht blendend aus, hat einen Waschbrettbauch, mindestens 300 Zähne und ein Depot mit todsicheren Wachtumswerten. Mami sieht noch besser aus, macht vormittags ein leichtes Workout und hat mehrere Depots mit Silikon und Collagen an den richtigen Stellen. Damit die beiden auch noch in 95 Jahren noch genau so jung, strahlend und erfolgreich sind, entwickelt die Industrie ständig neue Wellness-, Fitness-, Coolness-, Loch Ness- und Bettnässprodukte. Der Umsatz dieser „Fit-und-schön-Industrie“ betrug allein im letzten Jahr... ähhh, das hab ich vergessen. Wahrscheinlich, weil ich noch keine bioaktiven Vitamin-E-Kapseln zur Gedächtnissteigerung genommen habe.

Also rein in den Hals mit allem, was Brain und Body stärkt. Denn wer schon mit 80 stirbt, ist in seiner Clique echt der Loser. Sorry, dass ich das böse, böse Wort „sterben“ benutzt habe. Wenn wir der Werbung glauben, stirbt der bodygeshapte Bio-Food-Konsument sowieso nicht. Jedenfalls nicht, bevor er mit 171 Jahres das Mtterhorn bestiegen hat. Und wenn er gut drauf ist, nimmt er auf dem Gipfel noch eine Gemse von hinten. Klingt nach einem coolen, gesunden, stressfreien Leben.

Von wegen. Gerade in der Wellnesswelt der Eitlem, Jungen und Schönen wird gemobbt, was das Zeug hält. Sogar und besonders in der eigenen Familie.


Und so geht’s:


Dienstagmorgen in einer gepflegten Eigenheimsiedlung. Das Ehepaar Gabi und Uwe Knackig sitzt am Frühstückstisch. Beide haben einen Ruhepuls von 61 und essen gerade eine von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Kombination von Frühstückscerealien und Kernobst.

Gabi: Schatz, reich mit doch mal die „All Bran Low Fat Cereals“.

Uwe: Gerne, Hase.

Gabi: Die Petra Pieling von gegenüber meint, Cerealien seien nichts weiter als Getreide.

Uwe: Die Pieling? Ist das die, die sich zwei Rippen hat rausnehmen lassen, um die Taille zu shapen?

Gabi: Ja, aber da läuft noch ein Kunstfehlerprozess. Der Arzt hat ihr die beiden Rippen auf der selben Seite rausgenommen.

Uwe: Stümper gibt’s. Bei meiner Sekretärin hat ja auch mal so ein Trottel nur die linke Brust vergrößert. Sah unmöglich aus. Ich hab ihr damals gleich mal das Gehalt gekürzt.

Gabi: Schatz, reich mit doch mal den Prolacto-Doppelplusjoghurt.

Uwe: Den mit Oligofructose?

Gabi: Nicht nur, Schatz. Er hat auch lebend zugeführte Bakterienkulturen wie z.B. Lactobacillus acidophilus LA 5 und Bifidobacterium BB 12.


Kevin-Marcel, der vierzehnjährige Sohn, setzt sich an den Frühstückstisch.


Gabi: Möchtest du eine Extraportion Milch, mein Sohn? Die bringt dich über dein Biorhythmus-Tief um 15 Uhr.

Kevin: Cool. Wusstest du eigentlich, dass ein Lactosebazillus nix anderes ist als eine Milchsäurebakterie? Und die gibt’s in jedem Joghurt.

Uwe: Unmöglich, das Zeug kostet drei Euro pro Becher. Das muss gesund sein!

Larissa-Vanessa, die fünfzehnjährige Tochter, kommt heulend an den Frühstückstisch. Sie hat die neueste Ausgabe von „Ultrafit und Megacool“ in der Hand.

Larissa: Guckt mal hier! Ich will nicht mehr leben!

Gabi: Was ist denn los, mein Schatz, stimmen deine Fatburner-Werte nicht mehr?

Larissa: Nein. Hier ist das neueste Foto von Bionce, die hat jetzt Körbchengröße D und ich häng immer noch bei B rum.

Kevin: Stimmt. Auf´m Schulhof sagen auch alle, dass die Lari zu kleine Tüten hat.

Larissa: Rabääähhh!

Kevin: Echt uncool, ihr Bruder zu sein, die mobben mich gleich mit!

Uwe: Kinder, nicht schon wieder diese Diskussion. Larissa-Vanessa hat erst zum Geburtstag neue Implatate bekommen. Glaubt ja nicht, dass die Dinger jetzt schon wieder rauskommen.

Larissa: Rabääähhh!

Kevin: Mama, kannst du mich gleich zum Tae-Bo fahren?

Uwe: Was ist Tae-Bo?

Kevin: Mensch Papa, kein Wunder, dass dich alle dissen in der Firma. Mach mal ein bisschen Brain-Jogging. Tae-Bo ist voll der geile Stresskiller, das ultra korrekte Fun-Workout aus Powerkicks, Punches und Steplines.

Uwe: Ist das wenigstens teuer? Sonst gehst du mir da nicht hin!

Larissa: Ich will neue Titten!

Gabi: Eins nach dem anderen. Kevin-Marcel, ich kann dich nicht zum Tae-Bo bringen, ich muss zur Thalasso-Therapie.

Uwe: Thalasso-Therapie?

Kevin: Klar, Papa. Thalasso tonisiert voll den Organismus. Das ist die amtliche Power aus dem Meer.

Gabi: Ans Meer könnten wir auch mal wieder. Wie wär´s im Juli?

Uwe: Nix da, da bin ich mit den Kumpels beim Fettabsaugen, da freu ich mich schon das ganze Jahr drauf!

Gabi: Fett?? Iiieeee! Hast du irgendwo Fett?

Kevin: Mach kein Scheiß, Papa, sonst lass ich mich von Holgers Vater adoptieren, der hat kein Fett.

Uwe: Nene, für die Kumpels und mich ist Fettabsaugen nur so was Geselliges, statt Jkaffeeklatsch!

Larissa: Kann ich mir wenigstens die Lippen aufspritzen lassen, so wie Mama?

Gabi: Wer sagt, dass ich aufgespritze Lippen hätte?

Uwe, Kevin und Larissa ( gleichzeitig ): Alle!


Du siehst also, auch im Wellness-, Fitness- und Beauty-Bereich ist ein gutes Mobbing jederzeit möglich. Dabei habe ich trendige Gemeinheiten wie Nordic Mobbing ( mit spitzen Stöcken ) und Iron-Man-Mobbing noch gar nicht erwähnt!


Stopp! Kann man eigentlich auch im Alter noch mobben?


Die Antwort ist ein klares Nein. Im Alter mobbt man nicht, im Alter wird man gemobbt. Und das ist richtig so. Es wird schließlich niemand gezwungen, alt zu werden. Außerdem nerven Alte nur. Sitzen den ganzen Tag im Sessel und verfressen die Rente, die ich hier mit dem Verfassen eines blitzsauber recherchierten Sachbuches sauer verdienen muss. Und wenn die Alten dann vielleicht doch mal aufstehen wollen aus ihrem Ruhesessel, dann klappt das oft schon gar nicht mehr. Da fragt man sich doch, warum alte Leute im Bus immer einen Sitzplatz haben wollen, wenn sie nachher doch nicht aufstehen können.

Und es werden ja auch immer mehr Alte. Die Zahlen sprechen für sich: Heute müssen 100 Arbeitnehmer für die Rente von ca. 40 Alten aufkommen. Aber so, wie sich die Bevölkerung entwickelt, müssen schon in wenigen Jahren 100 Arbeitnehmer für die Rente von 70 Alten aufkommen. Damit ist klar: Irgendwann sitzen alle Deutschen im Schaukelstuhl und saufen Doppelherz. Und wer arbeitet dann noch? Aha. Du siehst schon, da muss was passieren. Hier sind unkonventionelle Lösungen gefragt. Ein guter Anfang ist der Autoaufkleber: „Ich bremse nicht für Rentner!“, den du unter www.home-of-mobbing.com bestellen kannst. Der nächste Schritt wäre, mal ein ernstes Wort mit den Ärzten zu reden. Diese Mediziner heilen doch heute rücksichtslos alles, was ihnen in die Praxis kommt.

Wenn das jetzt zum Beispiel ein 65-jähriger mit einer Lungenentzündung kommt... Ja, muss man den wirklich noch behandeln? So was regelt doch die Natur. Und dann schickt man ausgerechnet die Alten auch noch auf Kur. Und warum immer nach Bad Wörishofen oder Bad Pyrmont? Warum nicht in den Irak oder nach Afghanistan? Rentner reisen doch auch sonst immer in der Welt herum! Erst kürzlich sind zum Beispiel bei einem Busunglück bei Valencia 40 Rentner verunglückt.

Sicher, ich weiß auch, dass sich die Überalterung der Gesellschaft nicht mit ein paar Busunglücken lösen lässt. Aber man muss in alle Richtungen denken. Die Frage ist doch auch: Warum wollen die Menschen eigentlich so alt werden? Richtig alt zu sein ist schließlich kein Spaß. Als 80-jähriger wirst du zum Beispiel schon um 3 Uhr 45 wach, das ist recht früh. Vor allem wenn man bedenkt, dass du erst um ein Uhr ins Bett gegangen bist. Als alter Mensch braucht man nämlich kaum noch Schlaf. Und was machst du dann um Viertel vor 4? Vielleicht guckst du dir dann eine Wiederholung von Jürgen Fliege an. Das ist dann wirklich die Höchststrafe.

Das ist dir jetzt zu negativ? Du denkst: Jesus liebt alle Menschen, auch die Alten? Schon möglich. Aber der kann da gar nicht mitreden. Der ist selber nur 33 geworden.


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6. Medien-Mobbing

#8 von koc , 12.12.2014 19:07

6. Medien-Mobbing

So schaut´s aus:

Wir leben in einer Fernsehwelt. Ohne Fernsehen wüssten wir gar nichts. Wir wüssten nicht, wie das Wetter wird, wie man Ravioli kocht, wie man auf Iraker Schießt und wie oft man Sex haben muss.

Ohne Fernsehen wüssten wir nicht einmal, dass es Fernsehen gibt. Und wir hätten auch nicht alle diese tollen Stars. Günter Jauch zum Beispiel. Oder Günter Jauch. Auch der Jauch soll ganz gut sein. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen neidisch, aber ich habe eigentlich nichts gegen Günter Jauch. Er ist der beliebteste Fernsehmoderator Deutschlands. Da werde ich nicht so blöd sein und ihn hier in die Pfanne hauen. Sollte sich aber herausstellen, dass seine Beliebtheit sinkt, werde ich der Erste sein, die ihn in den Schmutz zieht.

Der jauch macht nämlich für Geld alles. Er ist also keinen Deut besser als ich. Aber er kriegt mehr. Viel mehr. Schice!

Wirklich: Nicht dass ich ihm etwas Böses wünsche, aber rein zufällig ist mir die folgende Szene aus seiner Redaktion zugespielt worden

Carola ( Redaktionsassisistentin, 23, 90-60-90 ): Möchten Sie auch einen Kaffee, Günter?
Jauch: Gern. Zieh dich schon mal aus.


Mal ehrlich, so etwas tut man doch nicht. Pfui! Und alles wahr. So ist es gewesen. Würde mich zumindest nicht wundern, wenn nicht. Bei mir ist es jedenfalls so.

Aber da siehst du schon: Einen Jauch zu mobben ist schwierig. Vielleicht hätte ich lieber Sabine Christiansen mobben sollen. Die mochten zwar auch viele, aber wenigstens nicht alle. Ich zum Beispiel. Unter Kennern hieß sie ja auch die "Konjunkturbremse am Sonntagabend"!. Um Sabine Christiansen zu mobben, eignet sich am besten ein Blick in ihre Vergangenheit. Sie war ja mal Saftschubse bei der Lufthansa. Da ist man es gewohnt, dass sich Menschen übergeben wenn man ihn etwas serviert. Wirklich: Nicht dass ich ihr etwas Böses wünsche, aber rein zufällig ist mir die folgende Szene aus ihrer Vergangenheit zugespielt worden:

Passagier ( 1. Klasse, freundlich(!)): Entschuldigen Sie, könnte ich noch ein Mineralwasser heben?
Christiansen: Schnauze, Fettsack! Wir landen jetzt!


Mal ehrlich, so etwas sagt man doch nicht. Pfui! Und alles wahr. So ist es gewesen. Würde mich wundern wenn nicht.

Natürlich bist du jetzt geschockt. Wer mag schon glauben, dass seine Fernsehlieblinge im wahren Leben ganz anders sind? Warum ist das so? Ich habe Professor Hand-Dieter Dreisat von der Hochschule für Medienanalysen in Dresden gefragt.

Ich: Herr Professor, Menschen, die hinter den Kulissen des Fernsehens arbeiten, erzählen mir oft, dass große TV-Stars privat ganz anders sind als auf dem Bildschirm. Warum ist das so?

Dreisat: Schauen Sie, das sind doch auch Menschen wie du und ich. Und wir sind nun mal vielschichtig. Nehmen Sie mich zum Beispiel. Tagsüber unterrichte ich hier Studenten und arbeite an medienwissenschaftlichen Studien, und abends zu Hause schaue ich mir am PC Kinderpornos an. Das ist doch ganz normal.

Ich : Ist es nicht!

Dreisat: Nicht?

Ich: Nein, überhaupt nicht!

Dreisat: Aha... ( Pause ) Und wie ist es mit so Sachen ... mit Tieren und So?

Ich: Auch nicht normal!

Dreisat: Auch nicht. Aha.


So weit der Experte. Nach diesem kurzen EInblick in die Welt der Medienanalyse zurück zum Fernsehen. Da läuft gerade Jürgen Fliege. Ich weiß nicht, was der sich abends am PC anschaut. Aber wenn man danach Sendungen macht wie er, muss es vermutlich etwas Furchtbares sein. Vielleicht hatte er auch eine schreckliche Kindheit.

Ich weiß es nicht, aber ich wünsche es ihm.

Und Raab. Und Pilawa. Und Kerner. Und Beckmann. Oh Gott, Beckmann! Es wird Zeit für das nächste Kapitel,


Stopp: Wo finde ich eigentlich Mobbing im Wörterbuch?

"Mobbing" findest du im Wörterbuch unter "M", zwischen "Mob" und "Möbel". Wenn es "Nobbing" hieße, würdest du es unter "N" finden, zwischen "nixenhaft" und "nobel".


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zuletzt bearbeitet 12.12.2014 | Top

7. Sex-Mobbing

#9 von koc , 12.12.2014 20:01

7. Sex-Mobbing


So schaut´s aus:


Zunächst mal muss ich feststellen: Sex wird generell überbewertet. Aber nicht von mir. Ich könnte jetzt schon wieder. Kein Wunder, ich bin ja auch ein Mann. Der durchschnittliche Mann denkt vierhundertmal am Tag an Sex, also alle 3,6 Minuten. *) Und dazwischen? Woran denkt er da? Vielleicht mal an seine Frau oder die Kumpels oder an Winterreifen. Was man halt so denkt als Mann. Deshalb ist der folgende Dialog auch völlig überflüssig:

Sie ( typisch weiblich ): Schatz, woran denkst du gerade?
Er: Ach Hase, ich denke nur gerade an die psychosoziale Komponente im Spätwerk Franz Kafkas.

Lüge! Glaube ihm kein Wort! In Wahrheit denkt er "Geil, in 3.6 Minuten kann ich wieder an Sex denken! Bis dahin denke ich halt an Winterreifen!"
Frauen dagegen sind ganz anders. Frauen denken nicht so oft an Sex, haben ihn aber öfter. Schade nur, dass ihr Mann dann meistens nicht dabei ist.

Ja, das war ein alter Witz. Und jetzt reichts dann auch mit den alten Witzen, denn Sex ist eine ernste Angelegenheit. Und eignet sich exzellent für richtig fieses Mobbing.

So geht´s;

Beim Sex-Mobbing gint es mehr Varianten als das Kamasutra Stellungen kennt. Wir beschränken uns deshalb hier auf die wichtigsten Situationen.

1. Die "Ist-schon-wieder-ein-Monat-rum?"-Situation?

Den besten Schutz vor zu häufigem Sex bietet die Ehe. Es ist immer wieder erstaunlich, wie eine Eheschließung aus Leidenschaft, Gier und und animalischem trieb ein jämmerliches Routine-Gerammel werden lässt. Natürlich dauert es ein Weilchen, bis die Ehepartner bereit sind, sich das einzugestehen. Aber irgendwann sind sie soweit, und dann gibt es kein Halten mehr. Selbst im Gespräch mit guten Freunden solltest du keine Gelegenheit auslassen, deinen Ehepartner beiläufig zu mobben.

Fußgängerzone in Köln. Gabi, 32, 7 Jahre verheiratet, kommt gerade vom Power-Yoga. Moni, 33, 12 Jahre verheiratet, kommt gerade vom Power-Shopping. Mitten auf der Straße treffen sie sich zu einem kurzen Power-Mobbing.

Moni: Mensch Gabi. Toll siehst du aus. Super Frisur, guter Schnitt. Ein bisschen kürzer als früher. Apropos kürzer: MEIN THOMAS HAT EINEN ZIEMLICH KURZEN. Und schöne Schuhe hast du an. Prada`

Gabi: Ja, waren runtergesetzt. Regulär sind die Preise für die Dinger ja viel zu hoch. Apropos hoch: MEIN STEFAN KRIEGT SCHON LANG KEINEN MEHR HOCH! Dafür habe ich den Rock günstig gekriegt. Ist von Strenesse, die machen echt tolle Sachen.


Hut ab: DAS ist Power-Mobbing aus dem Lehrbuch. Man muss schon sehr genau zuhören, um die subtilen Mobbing-Attacken überhauot wahrzunehmen. Deshalb habe ich sie in Grossbuchstaben geschrieben.

Ja, der Hafen der Ehe ist ein Platz, an dem der Anker oft schlaff herabhängt, und auch nicht jede Frau ist bis ins hohe Alter eine Roll-on-Roll-off-Fähre. Das ist aber noch lange kein Grund, vor dem letzten Atemzug mit dem Mobbing aufzuhören!

Bestatter: Ihre Frau ist seit drei Tagen tot!

Ehemann: Das kann nicht sein. Wir hatten gestern noch Sex und es war wie immer!



2. Die Nebenbuhler-Situation


Falls du dich nicht nicht näher mit mir beschäftigt haben solltest, musst du wissen, dass ich ein Supertyp bin. Ich sehe verdammt gut aus, habe einen makellosen Körper mit definierten Muskeln, bin charmant, schlagfertig, witzig, intelligent, habe herausragende Umgangsformen und bin unglaublich reich.

Kurz: Wo ich bin ist oben

Schwer vorstellbar also, dass so eine Supertyp wie ich mich mit Nebenbuhlern auseinandersetzen muss. Ist aber leider so. Denn selbst oben bei mir, wo die Luft schon verdammt dünn ist, ist man nicht vor neidischen Nebenbuhlern sicher.

Der neidische Nebenbuhler ist nun mal das Furunkel am Arsch des Verführers. Zögere also nicht, ihn sofort und gnadenlos zu mobben. Denn er wird jede Gelegenheit nutzen, dasselbe zu tun. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Nebenbuhler oder eine Nebenbuhlerin handelt. Wir müssen allerdings unterscheiden:


Konstellation a: Mann ( männlich ), Frau ( weiblich ), Nebenbuhler ( männlich)

Du bist Mann ( männlich ) und hast mal wieder alles richtig gemacht: Blumen, Komplimente, Einladung... der übliche Shice halt. Und jetzt solls endlich in die Kiste gehen. Und plötzlich steht er da: der Nebenbuhler ( männlich )

Nebenbuhler ( männlich ): Hallo! Sind Sie auch ein Freund von Lisa, oder wollen Sie ihr eine Hausratversicherung verkaufen? Ich dachte nur... wegen Ihres Anzug.


Vorsicht: Jetzt musst du schnell kontern, bevor du mit dir selbst in die Kiste musst!

Mann ( männlich ): Würde ich bei einer Versicherung arbeiten, würde ich empfehlen, dein Gesicht gegen Blitzschlag zu versichern. Denn das ist dir wohl schon mindestens einmal passiert.

Gut gekontert. Achte aber darauf, dass die Situation nicht eskaliert.

Nebenbuhler ( männlich, Halbschwergewicht ): Jetzt gibts was auf die Omme!

Mann ( wenig männlich ): Aua!

Frau ( weiblich ): Typisch Mann ( männlich! ). Ich treffe mich lieber mit einer Freundin ( weiblich! ).



Konstellation b: Frau ( weiblich ), Mann ( männlich ), Nebenbuhlerin ( weiblich )

Du bist eine Frau, die wieder mal alles richtig gemacht hast: scheue Blicke, kurzes Lächeln, Kuss auf die Wange, ein Knopf zu viel auf, warten lassen, Verabschiedung vor der Haustür... der übliche Shice halt. Und jetzt solls endlich in die Kiste gehen. Und plötzlich steht sie da: die Nebenbuhlerin.

Nebenbuhlerin: Puuhhh, ist mir heiß. Könnten Sie mir mal aus dem Mantel helfen?

Mann: Gerne.

Frau ( gähnt ): Uuaa. Ich bin ganz plötzlich so müde. Bringst du mich heim?

Mann: Gerne.

Nebenbuhlerin: Puuuhh, mir ist immer noch heiß. Könnten Sie mir mal aus dem Kleid helfen?

Mann: Gerne.

Frau ( gähnt stärker ): Ich fall gleich um vor Müdigkeit. Irgendjemand muss mich ins Bett bringen.

Mann: Gerne.

Nebenbuhlerin: Also so eine Hitze habe ich selten erlebt. Könnten Sie mir aus meinem 75C-BH helfen?

Mann: Gerne.

Frau: Huch, ich hab ja meinen 75D-BH gar nicht an. Dann kannst du mich ja gleich so ins Bett legen.

Mann: Ger...


Wir unterbrechen hier. Du merkst schon, das kann so ewig weitergehen. Und warum? Weil die Nebenbuhlerin in dieser Situation nicht rechtzeitig gemobbt wurde. Schon auf ihren ersten Satz: "Könnten Sie mir bitte mal aus dem Mantel helfen?" hätte die Frau sagen müssen: "Sicher, mein Freund macht das gerne. Und er hilft Frauen in ihrem Alter auch oft über die Strasse."



Stopp! Darf man eigentlich Homosexuelle mobben?

Natürlich nicht. Nicht mal ein bisschen. Und wenn es dich noch so juckt. Nein. Geht gar nicht. So.

Außerdem wäre es überhaupt nicht zeitgemäß und vollkommen gegen den Trend. Denn der Trend in diesem Land ist eindeutig schul/lesbisch. Sicher, eine Minderheit von 97 Prozent der Bevölkerung ist heterosexuell. Und das ist nicht nur bedauerlich, das ist uncool, spießig und voll von gestern. Diese 97 Prozent werden sich nämlich noch wundern, wie weit sie es in unserer Mensch-wir-sind-so-tolerant-drauf-Gesellschaft bringen werden. Denn nur schwul ist cool. Das solltest du dir merken, denn es geht auch um deine Zukunft. Da schadet es nicht,mindestens bisexuell zu sein. Besser wäre es natürlich, wenn du so richtig homo wärst.

In vielen Bereichen unserer Gesellschaft hat sich das ja längst herumgesprochen. Egal ob es nun die Werbung, der Sport oder sogar die Politik ist. Nehmen wir zum Beispiel das Berliner Repräsentantenhaus. Wer steht da an der Spitze? Genau, der erigierende Bürgermeister.Damit ist klar: Die Zeiten haben sich endgültig geändert.

Früher musste man sich nach der Decke strecken, wenn man nach oben wollte. Heute muss man sich dafür bücken. Die Devise lautet: Rosette sich, wer kann! Wenn du noch mithalten willst, solltest du also alsbald eine Umschwulung machen.

Sträube dich nicht dagegen und denke einfach mal nach:
Inzwischen sind es doch vor allem die Homosexuellen, die noch die traditionellen Werte in diesem Land aufrechterhalten. Die Konservativen werden das zwar nicht gern hören, aber wer will in diesem Land schon noch heiraten, außer Schwulen, Lesben und katholischen Priestern?

Natürlich ist es nicht so leicht, auf die Schnelle einen gleichgeschlechtlichen Partner zu finden, dem man auf offener Straße die Zunge in den Hals rammen oder die Hand in die Hose stecken kann. Gott sei Dank gibt es inzwischen "Rent a Gay", wo du dir rund um die Uhr eine Leihschwuchtel nehmen kannst.

Und ganz wichtig: Immer schön tolerant bleiben! Das kann man üben. Ich, der Autor dieses grossártigen Ratgebers, habe mal ein paar Tage in einer schwulen WG gewohnt. So mit Blümchen auf dem Klo, Seidentapeten mit griechischen Faustkämpfermotiven und einer Phalluslampe aus weißem Marmor ... Naja, muss man mögen.

Ich will ehrlich sein - wenn ich in dieser WG nicht alle paar Tage aus Protest hinter das Alcantara-Sofa gepinkelt hätte, wäre ich da wahnsinnig geworden. Bei richtigen Kerlen siehts nämlich ganz anders aus. Wir hocken abends auf umgedrehten Bierkisten und um uns herum liegen leere Pizzakartons. Das ist zwar noch ganz schön hetero, aber was soll ich machen? Bei mir stehen keine Duftschälchen mit Lavendelblüten im Badezimmer und ich habe auch keinen goldenen Schwan als Seifenspender.

Willst du wissen, wie es bei einem Mann im Badezimmer aussieht? Zum Beispiel im Waschbecken? Da findet man diese ainzigartige Mischung aus ausgespuckter Zahnpasta, Bartstoppeln und dazu diesen frisch ausgehusteten, saftig grünen Morgenschleim. Wenn dieses Zeug so richtig festbackt, dann kriegst du das nicht mehr weg. Da brauchst du dann eine Hilti. Ein ganz entscheidender Punkt. Richtige Männer haben nämlich eine Hilti.

Und richtige Männer bohren von vorn und nicht von hinten!!





Ups, da ist es jetzt ein bisschen mit mir durchgegangen. Aber sonst bin ich gar nicht so. Und außerdem heißt der Mensch ja auch HOMO Sapiens und nicht HETEREO Sapiens.








*) sagen Frauen


The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.


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zuletzt bearbeitet 12.12.2014 | Top

RE: 7. Sex-Mobbing

#10 von Just-do-it ( gelöscht ) , 12.12.2014 20:36

Ich kann nicht mehr wuaaaaa hhahahhaaaaaaa


Just-do-it

RE: 7. Sex-Mobbing

#11 von Loreleilei ( gelöscht ) , 13.12.2014 09:12



witzig


Loreleilei

8. Abzocker-Mobbing

#12 von koc , 13.12.2014 11:48

8. Abzocker-Mobbing


So schauts aus:



Wir sind umzingelt von Abzockern: von Öl-Multis, Banken, Versicherungen, Gemüsehändlern und Typen, die für dünne E-Books Geld haben wollen.

Die schlimmsten Abzocker von allen sind allerdings die Makler. Makler sind Fleisch gewordene Abzockerei. Die begegnen uns mit Verlogenheit, Hinterlist und Geldgier. Sie sollen uns hier stellvertretend für alle anderen Abzocker als Beispiel dienen.

Nehmen wir an, du suchst eine Immobilie und hast in der Zeitung auch schon ein Objekt gefunden. Jetzt willst du eigentlich nur noch ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Verkäufer führen.
Vergiss es! Aus irgendeinem Grund, den niemand so genau kennt, gerätst du grundsätzlich zuerst an einen Makler. Der Makler hat eine wichtige Funktion. Welche das ist, konnte ich allerdings noch nicht herausfinden.

Makler sind keinesfalls scheue Einzelgänger. Wenn man eine Wohnung sucht, treten sie in der Regel gleich rudelweise auf. Sie rufen dann abwechseln bei dir an, sodass dein Telefon 24 Stunden nicht mehr stillsteht. Einzelne Maklerrudel sind im "Ring deutscher Makler" organisiert. Von "Ring" spricht man sonst eigentlich nur in Zusammenhang mit "Rauschgiftring" oder "Hehlerring".

Der Mekler hat ein klar definiertes Lebensziel: Er will 3,57 Prozent. Vom Kaufpreis, von der Miete, von den Renovoerungskosten, vom Flaschenpfand und von deiner Frau. Kurz: Er will 3,57 Prozent von allem.

Bevor es aber zum ersten Kontakt mit einem Makler kommt, solltest du dich mit seiner Sprache vertraut machen. Denn anhand der Formulierungen, die der Makler in Inseraten benutzt, kannst du schon vorab feststellen, ob es sich um einen unseriösen oder einen besonders unseriösen Makler handelt.

Als kleine Hilfe hier die wichtigsten Makler-Formulierungen und was sie bedeuten:


Ruhige Waldlage:
Dieses Haus hat das ganze Jahr hindurch feuchte Wände und steht immer im Schatten. Das Laub von den Bäumen verstopft sämtliche Dachrinnen und Fullis. Die ruhige Lage wurde von Einbrechern bereits fünf Mal ausgenutzt, um die Bude komplett auszuräumen.


Fertigstellung in Kürze:
Dieses haus wird nie fertig. Der Bauherr ist pleite, das Konkursverfahren läuft bereits seit anderthalb Jahren, in der offenen Baugrube steht meterhoch das Regenwasser.


Leichte Hanglage:
Dieses haus ist nur zu verkaufen, weil der bisherige Besitzer von der Gartenterasse 80 Meter im freien Fall in die Tiefe gestürzt ist. das Haus wird beim nächsten Dauerregen folgen.


Zentrumsnah:
Dieses Haus ist mindestens einen Tagesmarsch von der Stadtmitte entfernt. In den vergangenen Jahren sind bereits mehrere Käufer von "zentrumsnahen" Häusern auf dem Weg in die Innenstadt verdurstet.


Für Naturliebhaber:
Dieses Haus bietet Natur satt auch innerhalb der eigenen vier Wände. Lustige Silberfischchen, quirlige Asseln, knackige Kakerlaken und bunt schillernde Pilzarten in den Zimmerecken geben dem Käufer das gute Gefühl, eins mit der Natur zu sein.


Lebendiges Stadtviertel:
Dieses Haus ist das Auge im Orkan der sozialen Probleme. Prostituierte warten auf ihre Kunden, Dealer sprechen Schulkinder an, Kampfhundbesitzer zeigen sich gegenseitig ihre Klappmesser und künstlerisch begabte Jugendliche werden farbenfrohe Bilder auf dein Garagentor spayen.


So weit also ein paar Beispiele für die hinterhältigen Werbebotschaften der Makler. Aber den Makler selbst kennst du deshalb noch lange nicht. Wie sieht er/sie aus? Wie erkennen wir sie/ihn auf der Strasse? Wie weichen wir ihm/ihr aus?

Nun, dazu braucht er/sie/es schon ein bisschen Übung. Grundsätzlich gilt: Alle Makler fahren Mercedes, und zwar einen dunklen Mercedes. Ein Makler mit einem hellem Mercedes ist gar kein Makler, sondern ein Taxifahrer. Alle Makler begrüßen dich mit dem Text: "Ich habe ein traumhaftes Objekt für Sie, genau das Richtige!" und verabschieden sich mit den Worten "Los, unterschreiben Sie, ich habe noch andere Interessenten!". Wenn ein Makler dich mit dem Satz "Wohin solls denn gehen?" begrüßt, ist es gar kein Makler sondern wiederum ein Taxifahrer. Und noch etwas: Ein Makler nimmt als Provision grundsätzlich kein Schwarzgeld. Es sei denn, du bietest es ihm an. Wenn du es ihm nicht anbietest, wird er dich auf dieses Versäumnis hinweisen.

Jetzt weißt du zwar alles über Makler, aber mit diesem Wissen kannst du nichts anfangen. Denn einem Makler kannst du nicht entkommen. Auch wenn du gar nichts kaufen oder mieten willst.

Zahl einfach prophylaktisch ein paar tausend Euro an einen Makler deiner Wahl. Und schon wird sich deine Lebensqualität verbessern und zwar um mindestens 3,57 Prozent.


So wirds gemacht:


Um einen Makler in den Abgrund zu mobben, gehst du folgendermaßen vor: Du lässt dir von Makler A ein wie üblich vollkommen überteuertes Wohnklo zeigen. Nachdem du das Rattenloch besichtigt hast, heuchelst du Begeisterung und endest schließlich mit dem Satz: "Sehr schön. Erstaunlich nur, dass mir Makler B diese Traumwohnung für 1.000 Euro weniger angeboten hat. Trotzdem danke, dass Sie eich Zeit für mich genommen haben."

Das sollte reichen. Jetzt lehnst du dich zurück und tust nichts. Wenn am nächsten Morgen die Zeitung im Briefkasten liegt, nimm sie heraus, schlage den Lokalteil auf und genieße die Schlagzeile: "Blutiger Schusswechsel im Maklermilieu!"


Stopp! Gibt es eigentlich Mobbing bei Dostojewski?


Was für eine Frage! Natürlich! Denk nur an die Szene in die Brüder Kramasoff, als Pawl Fjodorowitsch Ssmerdjakoff, Sohn der Lisaweta SSmerdjaschttschaja ( die Stinkende oder Übelriechende ), auf der Fahrt von Iljinskoje nach Ssuchoi Possjolok dem Untersuchungsrichter Nikolai Parfjonowitsch Neljudoff beiläufig erzählt, dass Nina Nikolaijewna ( genannt Ninotschka ) von ihrem Vater Nikolai Iljitsch SSnegirijoff ( Hauptmann a.D. ) auf der Fahrt von Skoto Priginjewsk nach Mokroje zur Heitar mit Trifon Prigonjewsk Plstunoff gedrängt wurde, der seinerseits aber der Fedossa Markowna versprochen war. Kusjma Kusjmitsch Ssamssonoff will sogar erfahren haben, dass Trifon Borisssytsch Plstunoff darüber hinaus Liebensbeziehungen zu Ketrina Iwanowa Werschoffzeff und Adelaida Iwanowna, geborene Miussoff, unterhielt.

Wow! Also wenn der Russe mal mobbt, dann aber richtig!


The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.


 
koc
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9. Global Mobbing

#13 von koc , 13.12.2014 12:46

9. Global Mobbing


So schauts aus:



Globalisierung ist eine feine Sache und wir alle haben was davon. Ein Beispiel: Aus der überfischten Nordsee holden deutsche Fischer ( aktuell gibt es noch zwei davon ) frische Krabben. Sehr lecker. Allerdings muss man diese Krabben zuerst pulen. Wenn ein deutscher Arbeitnehmer diese Tätigkeit übernähme, würden 100 Gramm Krabben ungefähr 1.200 Euro kosten. Da wären dann aber auch wirklich alle Lohnnebenkosten inklusive Pflegeversicherung und Solidaritätszuschlag inklusive. Jetzt gibt es aber immer weniger Verbraucher, die bereit sind, 1.200 Euro für 100 Gramm Krabben auf den Tisch zu legen. Um diesen knickrigen Geizhälsen entgegen zu kommen, werden die Krabben zum Pulen in Emden auf einen holländischen LKW verladen, dessen übermüdeter Fahrer dann nonstopp 1.800 Kilometer nach Marokko brettert. Dort werden die Krabben in einer auf drei grad heruntergekühlten Wüstenfabrik von Billigtaglöhnern gepult und schließlich wieder zurück nach Emden gefahren, wo sie nach insgesamt 11 Tagen als "frische Nordseekrabben" verkauft werden. ( Auch wenn das hier satirisch gemeint ist, diese Geschichte ist wahr und ereignet sich so genau so jeden Tag. ) Und wie gesagt, alle profitieren davon: Die ausländischen Spediteure haben volle Auftragsbücher, die marokkanischen Billigtaglöhner haben einen klimatisierten Arbeitsplatz, die Ölmultis verkaufen Diesel für Tausende von Kilometern und wir Deutschen fragen uns, warum man von frischen Krabben eigentlich immer Durchfall hat.

Nun, es liegt an der Globalisierung. Globalisierung macht Durchfall, aber sie spart den Unternehmern viel Geld. Und Arbeitsplätze. Deshalb ist es wichtig, bei diesem Globalisierungs-Trend ganz vor dabei zu sein.

Auch deutsche Großkonzerne haben die Segnungen der Globalisierung längst erkannt. Die Produktion in Schwellenländern hat ausschließlich Vorteile. Wo sonst noch kann man Menschen für einen Hungerlohn 80 Stunden die Woche am Fließband arbeiten lassen? Wo sonst noch kann man Industriekloaken ungereinigt in Flüsse einleiten? Und wo sonst noch kann man Gewerkschaftsversammlungen mit ein, zwei Warnschüssen auseinander treiben? Nicht in Europa. Denn hier ist die gute alte Zeit des Kapitalismus leider vorbei. Rente mit 60, die 35-Stunden-Woche und Lohnfortzahlungen für Blaumacher drücken die Gewinnerwartungen der meisten Unternehmen. Und so kommt es, dass die großen Konzerne meiste nur noch einstellige Milliardengewinne erwirtschaften. Da helfen dann auch kurzfristige Massenentlassungen kaum noch.

Also heißt es: Ab in den Osten! Zum Beispiel nach China. In Peking geben sich Wirtschaftskapitäne aus aller Welt die Klinke in die Hand, um blühende Landschaften in asphaltierte Gewerbegebiete zu verwandeln. Sicher, mit den Menschenrechten nimmt es der Chinese nicht so genau, aber man kann sich schließlich nicht um alles kümmern. China ist der Industriestandort der Zukunft. 1,3 Milliarden Menschen lechzen dort danach, für wenig Geld viel zu arbeiten.


Beijing, 24.2., Straße des 24. Februar
Im Restaurant "Zum niedergeschlagenen Aufstand" sitzen drei Männer bei einem Geschäftsessen. Li Lo Pulver, Direktor eine Pekinger Feuerwerksfabrik, Lucien Sans-Scroupel, EU-Kommisar für Wahrung und Missachtung von Menschenrechten und Guy von Guldensack, Investor aus Amsterdam. Der Tisch ist für vier Personen eingedeckt. Ein Platz bleibt leer.

Li Lo: hat gemeckt?

Scroupel: Ja, schmeckt immer noch. Was ist das?

Li Lo: Ich habe Latte.

Guldensack: Sieht man gar nicht.

Li Lo: Nein, auf tellel. Ist geblatete Latte.

Scroupel: Gebratete Ratte ( würgt kurz )? Hab ich das auch?

Li Lo: Nein.

Guldensack: Glück gehabt mein Lieber.

Li Lo: Sie haben gedünstete Latte.


Scroupek würgt weniger kurz.

Li Lo: Mistel, Guldensack, wo ist eigentlich Ihr deutschel Konkullent, Hell Taschenvoll?

Guldensack: Den Taschenvoll hab ich aus dem Weg geräumt. Ich habe Ihrem Geheimdienstchef Tu In Knast erzählt, dass Taschenvoll eine Demo für Menschenrechte organisieren will.

Li Lo: Alle Achtung, Mistel Guldensack, Sie sind eine hintelhältige Latte.


Scroupel würgt erneut.

Guldensack: Auf jeden Fall bin ich ihn los, der wird frühestens in zehn Jahren einlassen.

Li Lo: Illtum! Hingelichtete welden bei uns nicht entlassen.

Guldensack: Auch recht. Und jetzt straight to the beef, folks. Lassen Sie uns übers Geschäft reden. Ich kaufe Ihre Fabrik, aber nur, wenn dort 24 Stunden gearbeitet wird. Jeden Tag, jede Woche.

Li Lo: Gibt es auch andele Fabliken?

Scroupel: Als Eu-Kommissar muss ich auch über die Menschenrechte sprechen. Das habe ich hiermit getan.

Guldensack: Gut. Also weiter. Ich will keinen Betriebsrat und keine Gewerkschaften. Und ich möchte, dass Sie lernen, ein "R" zu sprechen.

Li Lo: Kein Probrem. Wir müssen aber auch über die Sicherheit reden. Es handert sich immerhin um eine Feuerwerksfabrik.

Guldensack: Was schlagen Sie vor?

Li Lo: Wassereimer.

Guldensack: In Ordnung. Dann eben Wassereimer. Aber bitte nicht in jeder Produktionshalle einen. Ich komme sonst mit den Kosten nicht hin.


Die Erde erzittert, Salzstreuer fallen vom Tisch, Putz bröckelt von der Decke.

Scroupel: Mein Gott! Nichts wie raus hier! Ein Erdbeben!

Li Lo: Nein, nein. Das sind nur ein paar Panzer. Heute beginnt nämrich die Entenjadg.

Guldensack: Tatsächlich? Was für Enten jagen Sie denn... mitten in peking?

Li Lo: Dissid...Enten.

Scroupel: Mir dich wurscht. Ich bin schließlich nicht für Entenrechtsverletzungen zuständig.

Guldensack: Back to business, folks. Ich will keine schlechte Presse. Wir müssen verhindern, dass irgend so ein Schmierfink schreibt, dass in unserer Fabrik achtjährige Kinder in der Nachtschicht arbeiten.

Li Lo: Kein Probrem. Achtjährige dürfen bei uns keine Nachtschicht machen, die müssen morgens zur Schure. Wir nehmen desharb Fünfjährige.

Scroupel: Mir doch wurscht. Ich bin für Menschenrechte zuständig, nicht für Kinderrechtsverletzungen!

Guldensack: He, Scroupel, bekomme ich eigentlich EU-Zuschüsse für den Deal?

Scroupel: Aus welchem Grund?

Guldensack: Was soll das denn heißen? Braucht man jetzt neuestens Gründe?

Scroupel: Nein, nein, war nur ein Scherz.



Alle drei lachen herzlich und schütten sich bis zur Zungenwurzel Reisschnaps in den hals. Ja, ich habe es schon immer geahnt: Schlitzohren und Schlitzaugen passen perfekt zusammen. Denn schon Konfuzius soll gesagt haben: "Geh nach Osten, das senkt die Kosten!"


Stopp! Darf ich während eines Gewitters mobben?



Um diese Frage zu beantworten, sollten wir zuerst einmal klären, wie ein Gewitter überhaupt entsteht.

Also, das ist so: Da kommen so Wolken und dann... Kawumm! Brizzel! Professor Siegbert Knäul von der Universität Eisenhüttenstadt kann das noch besser erklären. Aber den kenne ich leider nicht. Ich weiß nicht einmal, ob es ihn überhaupt gibt. Und das Eisenhüttenstadt eine Universität hat, glaubst du doch selbst nicht. Trotzdem kann jeder von uns mal in ein Gewitter geraten und dann gibt es immer einen "guten Freund", der dir einen sicheren Rat gibt. So was wie "Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen".

Aber ist das was dran, oder will der "gute Freund" dich nur unter einen Baum mobben und dann ... Kawumm! Britzel!?


Um dir tödliche Risiken zu ersparen, habe ich im Folgenden die zehn wissenschaftlich wirklich abgesicherten Gewitterregeln aufgelistet:


- Stehst du unter einer Kiefer, liegst du bald zwei Meter tiefer.

- Unter alten Eichen sucht man oft nach Leichen.

- Stehst du zwischen jungen Fichten, tut der Blitz dich glatt vernichten.

- Fährt der Blitz in Birkenäste, liegen drunter Menschenreste.

- Suchst Schutz du unterm Blätterdach, liegst du plötzlich ganz schön flach.

- leg dich ja nicht unter Palmen, sonst wird´s dir aus der Nase qualmen.

- Auch unter hohen pappeln lässt der Blitz dich kräftig zappeln.

- Stehst du unter Trauerweiden, musst du gar nicht lange leiden.

- Auch unter hohen Eiben wird der Blitz dich fein verreiben.

- Tust du unter eine Birke laufen, bleibt von dir ein Aschehaufen.


The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.


Char hat sich bedankt!
 
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10. Autobahn-Mobbing

#14 von koc , 13.12.2014 18:25

10. Autobahn-Mobbing


So schauts aus:



Wenn wir Deutschen eines wirklich gut können, dann ist es Auto fahren. Auf jeden Fall besser als diese hirnlosen Pfeifen aus den anderen europäischen Ländern. Sollen die doch mit 120 durch die Gegend zuckeln. Nicht mit uns. Wir geben Gas. Und jetzt komm mir nicht mit Abgasbelastung und Waldsterben und so. Wer will schon mit Tempo 100 an strebenden Bäumen vorbeischleichen? Bei tempo 200 dagegen rauscht wieder alles schön grün vorbei. Jetzt wirst du vielleicht fragen, wo man denn noch 200 fahren kann. Ist doch überall Stau. Baustellen. Geschwindingkeitsbeschränkungen. LKW ohne Ende. Holländer. Die Pest.

Meiner Erfahrung nach begegnet man dieser unangenehmen Situation am besten mit einer gewissen Grundaggressivität. Wenn man lernt, andere Verkehrsteilnehmer nicht als Partner zu begreifen, sondern wie es richtig ist, als erbitterte Feinde, die es gnadenlos zu mobben und abzuhängen geht, dann kommt man am Ende doch recht flott voran.

Eine Berufsgruppe, von der wir in dieser Hinsicht viel lernen können, sind die Außendienstmitarbeiter. Mit einem Kofferraum voller sinnlosem Konsumtrödel stellen sie sich jeden Tag dem Nahkampf auf unseren Autobahnen.


So wirds gemacht:


Walter Freiwild, Hochglanzautopolitur-Fachverkäufer, fährt mit seinem Opel Vectra 2.0 i 16V auf der Autobahn. Wieder wird den ganzen Tag außer dem Navigationssystem niemand mit ihm reden. Beim Einscheren auf die Autobahn schneidet er einen bulgarischen LKW. Der Fahrer reagiert jedoch nicht, da er bereits seit 20 Minuten schläft.

Freiwild: Wichser!

Navigationssystem: Dieser Straße 70 Kilometer folgen.

Freiwild: Schauze!



Freiwild wechselt auf die linke Spur, wo er gedenkt, den Rest des Tages zu verweilen. Das Einscheren ist wegen des dichten Verkehrs nicht einfach.


Freiwild: Wichser!


Ein mit 60 Zentimeter hinter Freiwild fahrender Hochglanzparkett-Fachverkäufer mobbt ihn mit der Hupe.


Freiwild: Wichser!

Freiwalds Handy klingelt.

Freiwild: Scheiße!

Er geht ran.

Freiwild: Ja? Hmmm...

Er legt auf.

Freiwild: Scheiße.


Der Hochglanzparkettpflege-Fachverkäufer nutzt Freiwilds kurze Unachtsamkeit und überholt rechts. Freiwild zeigt ihm mit dem Mittelfinger das Rechtsüberholerzeichen.


Freiwild: Arschloch!


Ja, das ist die Sprache der Autobahn. Reduzierte Kommunikation, kein Wort zuviel, klare Aussagen, schnelles Vorankommen.

Bemerkenswert ist, dass mittlerweile auch unsere Ausländischen Mitbürger diesen Fahrstil verinnerlicht haben. Auch die sprachliche Integration schreitet nirgend so schnell voran wie auf der Autobahn. Ein Beispiel ist der vor unserem Außendienstmitarbeiter fahrende 26 Jahre alte VW-Bus, in dem zwei ukrainische Schlepper und 16 Senegalesen sitzen.


Ukrainer 1: Wassili, kuk hinte. Isse Wichser in Vectra.

Urkainer 2: Stimmt. Is Arschloch.

Senegalese 11: Wasser! Hunger!

Ukrainer 1 und 2: Schauze, Wichser!



Inzwischen verliert Freiwild ein wenig die Geduld. Er fährt bereits seit 16 Kilometern mit aufgeblendeten Scheinwerfern auf der linken Spur hinter dem VW-Bus. Die Ukrainer ihrerseits würden Freiwild gern ruckartig ausbremsen. Unglücklicherweise hat der VW-Bus aber bereits seit einem Jahr keine funktionierenden Bremsen mehr. An der Motivation mangelt es also nicht, trotzdem endet dieses Mobbing-Duell auf der A5 leider unentschieden.


Stopp! Gibt es eigentlich Mobbing im Islam?


Die Bewertung verschiedener Religionen ist eine heikle Sache. Da verbrennt man sich schnell mal die Finger oder verliert eine Hand. Je nach Religion. Ich würde mich also niemals mit diesem Thema beschäftigen. Außer jetzt.

Beginnen wir mit dem Islam, denn der ist besonders berühmt für seine tolerante Handlung gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften. Sicher, der Satz "Tod allen Ungläubigen!" mag zuerst dagegen sprechen, aber im Grunde haben wir es mit den Moslems mit einem Haufen lustiger Bartgesichter zu tun, die selbst bei öffentlichen Hinrichtungen immer einen lockeren Spruch auf den Lippen haben.

Auch die viel gescholtenen Koranschulen und Kulturvereine in Deutschland sind bei weitem nicht so schlimm, wie sie oft dargestellt werden. Bei uns in der Nachbarschaft ist auch so ein Kulturverein. Und seit dort der Schießstand schallisoliert ist, höre ich kaum noch etwas von den Nachbarn.

Die würden sich auch umgekehrt nie beschweren, wenn ich mit dem Islam ein bisschen lockerer....


Sekunde bitte. Es klingelt. Wer kann das sein?


Ich mache mal auf....


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