Quelle: Bayern3.de Stand: 06.06.2012
Burn-out
Ganz auf null
Der Magen streikt, die Nerven liegen blank und völlige Erschöpfung begleitet einen auf Schritt und Tritt: Nach Ansicht von Psychologen leiden immer mehr Menschen an Burn-out. Und auch immer mehr Hausfrauen fühlen sich körperlich und seelisch ausgebrannt. Wie entkommt man der Krankheit?
Sandra Meier (Name von der Redaktion geändert) hat einen anspruchsvollen Job: Die 39-Jährige arbeitet als Personalerin. Samstags und sonntags im Büro zu verbringen, das ist für sie völlig normal. Und das seit einem Jahr. Doch die Folgen dieses stressigen Berufsalltags bleiben nicht aus: Sie fühlt sich niedergeschlagen und antriebslos. Bei der Arbeit kann sie sich schlecht konzentrieren. Ihr Magen rebelliert, die Knochen schmerzen. Jeden Morgen wacht sie viel zu früh auf, wälzt sich hin und her und kann nicht mehr einschlafen. Eine Nacht durchschlafen: Fehlanzeige! Die Diagnose ihrer Psychologin: eine schwergradige depressive Episode und Burn-out.
Symptome
Burn-out-Patienten sind leicht reizbar, schlafen schlecht und fühlen sich ständig erschöpft. Unsicherheit und Angst gehen mit der Krankheit einher. Hinzu kommen körperliche Beschwerden wie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, aber auch Sehstörungen. Nicht ungewöhnlich sind zudem Herzrasen und Atembeschwerden.
Sandra Meier ist eine der zahlreichen Burn-out-Kranken in Deutschland. Burn-out bedeutet "ausgebrannt": Die Betroffenen fühlen sich müde und energielos. Und wer ausgebrannt ist, verliert seine Leistungsfähigkeit und meldet sich in der Arbeit krank. Schuld ist häufig ein zu hoher Erwartungsdruck. Wenn ein Mensch denkt, er müsse so sein, wie es andere von ihm erwarteten, macht das psychischen Druck. Auch fehlende Anerkennung und Über- oder Unterforderung im Job tragen zur Entstehung der Krankheit bei. Und das bei immer mehr Deutschen.
Wieso gibt es mehr Burn-out-Fälle?
Psychologin Jutta Felgel-Farnholz
Die Ursachen für den Anstieg sieht die Psychologin Jutta Felgel-Farnholz, die in ihrer Münchner Praxis seit vielen Jahren Burn-out-Patienten therapiert, in den Anforderungen der modernen Gesellschaft. "Unser heutiges Leben lässt uns schneller ausbrennen. Wir brauchen unsere Lebensenergie immer schneller auf." Hektik, Multitasking, Suche nach Anerkennung, Konkurrenzkampf, die allgegenwärtige Forderung nach Flexibilität und ständiger Erreichbarkeit hinterließen Spuren.
"Wir brauchen unsere Lebensenergie immer schneller auf"
Psychologin Jutta Felgel-Farnholz
Wer dann über kein soziales Netzwerk verfügte und die Fähigkeit, auch mal einen Fehler einzugestehen, lebe bald in einer Daueranspannung, aus der er nicht mehr rauskäme, so die Psychologin. "Das passiert heutzutage schon mit Anfang 30 und nicht erst mit Ende 40".
Studien dokumentieren Anstieg
Bei deutschen Arbeitnehmern wird nach Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer immer häufiger Burn-out diagnostiziert. Im Jahr 2004 wurden wegen Ausgebranntseins 0,6 Fehltage pro 100 Versicherte verzeichnet. 2011 seien es bereits neun Tage gewesen, teilte die Vereinigung jetzt mit. Laut einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK sind bei den AOK-Versicherten die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zwölf Jahren um rund 80 Prozent gestiegen. Einen Befund, den auch eine Studie der Krankenkasse BARMER GEK, die im Juli 2011 veröffentlicht wurde, bestätigt. Die Zahl der psychischen Erkrankungen wie Burn-out und Depression hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt.
Verzweifelte Hausfrauen
Es sind schon lange nicht nur Top-Manager, die unter der chronischen Erschöpfung leiden: Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten, haben besonders häufig das Gefühl, ausgebrannt zu sein. Das können Ärzte und Krankenschwestern sein, aber auch Lehrer. "Auch immer mehr berufstätige Mütter fühlen sich ausgebrannt", stellt Felgel-Farnholz fest. Frauen, so die Erkenntnisse der AOK, werden doppelt so häufig wie Männer wegen Burn-out ausgeschrieben. Grund ist häufig die Doppelbelastung von Familie und Job, die Frauen auch heute noch stärker als Männer meistern müssen. Da werden schnell mal persönliche Bedürfnisse zurückgestellt - bis Körper und Seele am Ende sein.
"Ich habe zunehmend Hausfrauen mit Burn-out in meiner Praxis"
Psychologin Jutta Felgel-Farnholz
Ziehen Sie rechtzeitig ...
Gerade ihr Perfektionsdrang wird nach Ansicht der Burn-out-Expertin auch vielen "Nur"-Hausfrauen zum Verhängnis: "Immer mehr Mütter wollen perfekt sein - opfern sich für Kinder und den Mann auf. Sie stehen den ganzen Tag unter Strom - Kinder versorgen, Essen kochen, Haushalt machen - und bekommen dafür keine oder nur geringe Wertschätzung. Das zermürbt."
Zudem begeben sich immer mehr jüngere Patienten in Behandlung. So holten sich Studenten sehr früh Unterstützung, wenn sie beispielsweise unter Prüfungsangst litten. Auch Patienten um die 50 suchten häufiger Unterstützung, so Felgel-Farnholz. Psychische Störungen seien heute weniger Tabuthema als früher, sagt die Expertin. "Das ist sehr entlastend für meine Patienten. Angenommen, Sie outen sich beim Chef oder im Freundeskreis. Es kommt vor, dass dann plötzlich alle anderen auftauen und Sätze wie 'kenne ich auch' oder 'der oder die hat das auch' fallen."
Rettungsanker Verhaltenstherapie
Wie wird therapiert? Am Anfang müsse der Patient sich seine Krankheit überhaupt erst einmal eingestehen. Eine Verhaltenstherapie kann helfen, Alltagsituationen durchzuspielen und die Stresskette zu durchbrechen. Der Patient muss sich kritische Fragen stellen: Welche Ansprüche stelle ich an mich und sind sie realisitsch? Welchen Stellenwert hat mein Privatleben? Auch Entspannungs- und Atemtechniken sind sinnvoll. Mit therapeutischem Beistand ist die Chance also sehr groß, seinen Alltag wieder zu meistern. So auch im Fall von Sandra Meier. Nach einem stationären Aufenthalt und einer kontinuierlichen Einzeltherapie schaffte sie es, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ein Beispiel, das allen Burn-out-Patienten Mut machen soll.

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Da kam letztens im TV auf EinsPlus ein interessanter Bericht. Nur mal die Kurzfassung des Fazits davon: Burnout ist eine tolle Modekrankheit die sich heute jeder gerne zulegt um auch ein Stück vom Mittleidskuchen abzubekommen. Auch schon in früherer Zeit hatten die Menschen teilweise enormen Stress - hatten dafür aber keinen tollen Namen.
Zitat von andy22 im Beitrag #2
Da kam letztens im TV auf EinsPlus ein interessanter Bericht. Nur mal die Kurzfassung des Fazits davon: Burnout ist eine tolle Modekrankheit die sich heute jeder gerne zulegt um auch ein Stück vom Mittleidskuchen abzubekommen. Auch schon in früherer Zeit hatten die Menschen teilweise enormen Stress - hatten dafür aber keinen tollen Namen.
The most loving women are the women who will test you the most. She wants you to be your fullest, most magnificent self. She won’t settle for anything less. She knows it is true of you. She knows in your deepest heart you are free, you are Shiva. Anything less than that she will torment. And, as you know, she’s quite good at it.

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Zitat
Rangnicks Erfolgsrezept gegen Burnout: Er verzichtet jetzt bei der Ernährung weitgehend auf Kohlenhydrate und setzt auf die chinesische Meditationsform Qigong.
ja, ne, is klar.
Und heuert bei Red Bull an...
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Wir nehmen Burnout, Stress und ähnliches an der Uni gerade durch, weil wir angehende Ärzte anscheind - ebenso wie andere Jobs, die viel mit Menschenkontakt und deren Erwartungen an einem (Sozialarbeiter u.ä.) - zu der großen Gefahrengruppe zählen.
Das Problem ist, dass kaum einer meiner Kommilitonen das Thema ernst nimmt, ergo ist es auch kaum verwunderlich, dass sich generell kaum einer aus der Bevölkerung damit auseinandersetzt...außer, er war/ist direkt/indirekt davon betroffen.
In manchen Seminaren wird sogar ziemlich viel, was wir hier auch als wichtige Grundpfeiler für die Persönlichkeitsentwicklung ansehen, thematisiert, aber da rollen in der Regel nur die Augen.
Vielleicht liegt es aber auch eher am Alter, die meisten anderen sind ja erst Anfang 20 - ich bezweifle aber, dass sich das in den folgenden Jahren bei denen ändern wird, außer, sie kommen in ne Krise.
Dem ein oder anderen konnte ich schon etwas helfen, aber bei der negativen Grundhaltung anderer Denkstrukturen gegenüber dosier ich das recht dezent.
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